Gedanken zum Sonntag, 19. und 26. August 2018







Claudia Bleif, Seelsorge bei Menschen mit Behinderung
im Dekanat Böblingen

„Mein Leben ohne Limits – Wenn kein Wunder passiert, sei selbst eins!“ heißt das Buch von Nick Vujicic. Der Autor selbst lebt ohne Arme und Beine – und doch voller Lebensmut. Das war nicht immer so. Bereits mit acht Jahren wird ihm bewusst, dass er anders ist und unternimmt einen Versuch, sich das Leben zu nehmen. Später in der Pubertät ist er an seinem Körper fast verzweifelt. Seine Klassenkameraden konnten nur sehr schlecht mit seiner Behinderung umgehen. Von ihnen wurde er als „Monster“ oder „Außerirdischer“ beschimpft.

Es gab Zeiten, in denen seine Gedanken nur darum kreisten, was er alles nicht kann und was er sich wünschen würde. Er schreibt in seinem Buch, dass er darüber hinaus ganz vergessen hat, was er eigentlich hat und kann: „Ich habe die Wahl entweder wütend auf Gott zu sein, über das was ich nicht habe, oder dankbar zu sein für das was ich habe…Viel zu oft reden wir uns ein, wir wären nicht intelligent oder hübsch oder talentiert genug, um unsere Träume zu verwirklichen. Wir glauben das, was andere über uns sagen, oder machen uns selbst klein. Wer seine Träume aufgibt, steckt Gott in eine kleine Box. Dabei bist du sein kreatives Werk! Du bist kein Zufallsprodukt. Dein Leben hat genauso wenig Grenzen, wie man Gottes Liebe einzäunen kann.“

Kann man für sein Lebensglück selbst aktiv werden?

„Ich gebe zu, dass ich sehr lange daran gezweifelt habe, selbst etwas für mein Glück tun zu können. Viele Jahre dachte ich, wenn mein Körper nur normal wäre, dann wäre mein Leben ein einziger Traum. Was mir nicht klar war: Ich brauchte nicht normal sein – sondern nur ich selbst! Es war ein schwerer Schritt, mir einzugestehen, dass mich nicht die körperlichen Grenzen hemmten, sondern die Grenzen in meinem Kopf… ich habe erkannt, dass Gott mich heilen kann ohne die Umstände zu ändern. Arme und Beine allein würden mir keinen inneren Frieden geben.“

Beim Lesen seines Buches spürt man nicht nur sein Ringen mit sich selbst, sondern vor allem die Hoffnung und Zuversicht, die ihn trägt und die er anderen Menschen weitergeben will. „Die auf den Herrn hoffen, empfangen neue Kraft, wie Adlern wachsen ihnen Flügel“. Diesen Text aus Jesaja 40,31 interpretiert er für sich so, dass die Hoffnung nicht etwa darin liegt, seinen eigenen Schmerz mit dem Leid eines anderen zu vergleichen und zu wissen, dass ein anderer mehr leidet, sondern Hoffnung liegt für ihn allein in Gott. Er bringt es auf den Punkt und sagt: „Gott hat einen Plan mit dir – vertraue ihm“.