Gedanken zum Sonntag, 26. Januar 2020

 

 

 

 

 

Pfarrer Traugott Meßner, Holzgerlingen

Panik oder Hoffnung?

In dieser Woche traf sich in Davos das Weltwirtschaftsforum. Greta Thunberg und Donald Trump standen dort für die zwei großen Richtungen, in die sich die Klimapolitik entwickeln kann. Für Greta gilt es keine Zeit mehr zu verlieren, denn 2026 sei das Budget von 420 Gigatonnen Kohlendioxid aufgebraucht, ansonsten steige die mittlere Erderwärmung über 1,5 Grad seit Beginn der Industrialisierung. Trump dagegen lobte seine Politik und verspricht eine glorreiche Zukunft. Trump und Thunberg scheinen wie zwei Planeten zu sein, die nicht zueinander finden.

Ist auf der einen Seite Panik zu spüren, die in Aktivismus verfällt, sofort alles tun zu müssen, um ein ökologisches Szenario zu verhindern, scheint auf der anderen Seite kaum ein Bewusstsein dafür da zu sein. Was ist nun das richtige Verhalten angesichts von Hitzewellen, Flächenbränden und Überschwemmungskatastrophen, die wir in den ersten Wochen des neuen Jahres schon wieder über die Medien mitbekommen haben? So weitermachen wie bisher? Gewiss nicht. Auch wenn die Menschen im letzten Jahr mehr Flugreisen gebucht haben als je zuvor und die CMT mehr Besucher hatte denn je!

Am vergangenen Sonntag war der Predigttext aus dem Propheten Jeremia. Er schildert in 14, 1-9 von einer katastrophalen Dürre im Land der Bibel, in der Zeit als er auftrat. Es hat einen Winter lang nicht geregnet, was im Land der Bibel heißt, das Wasserreservoir, das im Winter gefüllt werden müsste, ist leer. Den ganzen Sommer über regnete es sowieso nicht und es ist kein Wasser da, auf das man zurückgreifen hätte können. Nicht nur die Ernte bleibt aus und die Nutztiere verdursten, sogar die Wildtiere, die am ehesten noch überleben könnten, können nicht mehr sein, was sie sind, sondern verändern ihr schöpfungsgemäßes Verhalten. Sie tun, was sie eigentlich nicht tun, sie verlassen ihre Jungen, weil sie sie nicht ernähren können, so dass sie sterben müssen. Im Land der Bibel führt diese Dürre dazu, dass das Volk in den Tempel geht und ein Bußgebet spricht, denn sie sehen die Dürre als Folge ihres falschen Verhaltens dem Schöpfer gegenüber und somit auch seiner Schöpfung. „Wegen unserer Sünde ist das passiert“, bekennen sie. Sie sehen also einen Zusammenhang zwischen einem Leben gegen den Schöpfer und seine Schöpfung und der Dürre. Eigentlich sagen das die Wissenschaftler heute auch, wenn sie behaupten, unsere falsche Lebensweise zerstört unsere eigene Lebensgrundlage, die „Schöpfung“. Was aber sind die Konsequenzen für uns heute?

Die einen werden zu Aktivisten, die anderen zu Ignoranten. Die Bibel rät uns, ruft in eurer Not zu Gott und bekennt eure Schuld und ändert euer Leben. Ein Leben für den Schöpfer kann kein Leben gegen seine Schöpfung sein. Deshalb lasst uns tun, was wir können, um möglichst wenig CO2 zu produzieren, aber im Wissen, dass in Jesus Christus die neue Schöpfung auf uns zugekommen ist, in der der Wurm nicht mehr drin ist, wie eben in der, in der wir leben. Das gibt mir Hoffnung. Das hilft mir, nicht in Panik oder Aktivismus zu verfallen, aber in der Haltung zu leben, mit dem Schöpfer für die Schöpfung und zu wissen, in Jesus Christus ist die neue Schöpfung auf uns zugekommen, die durch nichts zerstört werden kann.