Projekte und Prozesse

Unser Leben ist ständig im Wandel, geprägt von unseren Mitmenschen und ihren Handlungen, aber auch durch uns selbst. Es gilt, neue Wege zu entdecken und sie zu beschreiten. Nur so lernt man, kommt man weiter.

Im Dekanant Böblingen spiegelt sich sich dieser Wandel in verschiedenen Projekten und Prozessen wider. Hier ein kleiner Überblick:

Sie suchen ein Projekt und finden es nicht?
Vielleicht werden Sie im Archiv fündig.

Vorbereitung aufs Alter

Was ging ihnen bei der Überschrift durch den Kopf? Die Altersvorsorge, die Rente, finanzielle Absicherung? Womöglich sind Sie selbst „auch nicht mehr der /die Jüngste“ und machen sich Gedanken. Was kann ich tun, um gut älter zu werden? Da dreht es sich vielleicht um die Frage wie kann ich altersgerecht wohnen? Das geliebte Haus mit großem Garten und vielen Treppen- kann man es barrierefrei umbauen, damit ich noch lange hier wohnen kann? Oder muss ich doch irgendwann ausziehen- und ist es dann nicht besser, sich gleich eine neue Wohnform zu suchen- vielleicht ein betreutes Wohnen?

Sich rechtzeitig Gedanken darüber zu machen ist sinnvoll. Nicht erst wenn es nicht mehr anders geht, z.B. nach einem Krankenhausaufenthalt. Oder gar so schnell, dass man gar nicht mehr selbst entscheiden kann, sondern Angehörige das übernehmen müssen. Wie gut, wenn man vorher darüber gesprochen hat, was man sich wünscht, was man sich vorstellen kann.

Vielleicht noch bedeutsamer ist dies, wenn eine Erkrankung nicht mehr heilbar ist oder wenn Alterskrankheiten wie Demenz diagnostiziert werden. Eine frühzeitig formulierte Patientenverfügung ist hier wichtig für Angehörige und Ärzte, damit sie im Sinne des Menschen Entscheidungen treffen, da dieser sich nicht mehr selbst ausdrücken und über sein Leben bestimmen kann.

Die Fähigkeit der Selbstbestimmung wird von Menschen als hohes Gut empfunden. Als junger oder älterer Mensch, der dies noch kann, macht uns die Vorstellung Angst, dass dies einmal nicht mehr so sein wird. Die Überlegung, durch gute Vorbereitung dem Älterwerden möglichst viel selbst zu organisieren und abzusichern, ist hilfreich.

Und doch: Alle gute Vorbereitung hat ihre Grenzen, denn es gibt ein Grundprinzip des Lebens: das Leben ist nicht immer planbar. Altersgerechte Wohnformen und Patientenverfügungen und Vollmachten regeln wichtige Themen. Aber ebenso wichtig ist es, die Grenzen des Regelbaren anzuerkennen. Was mit mir sein wird, wie genau ich alt sein, mich fühlen und letztlich sterben werde, das weiß ich nicht.

Die Frage was kann ich tun, wie kann ich vorsorgen ohne genau zu wissen was wichtig und nötig sein wird, kann uns Angst machen. Aber wie oft, wenn Angst im Spiel ist, kann diese Frage auch als Aufgabe verstanden werden, sie von der genau anderen Seite her zu beleuchten. Ich kann nicht alle Eventualitäten bedenken- das kann auch erleichtern. Und es ist verbunden mit tiefergehenden Fragen: Zum Beispiel: Worauf kommt es eigentlich an- was gib mir Halt, woran glaube ich, wen gibt es, dem ich vertraue und der sich dann kümmert?

Altersvorsorge in diesem Sinne hieße: An seiner Seele und an guten Beziehungen arbeiten. Dankbarkeit und Güte und das kann man jeden Tag einüben, sich ganz bewusst dafür entscheiden. Reagiere ich nachgiebig, freundlich, blicke ich dankbar auf mein Leben auch wenn manches schwierig war? Interessiere ich mich noch für andere? Oder beschäftige ich mich vor allem mit mir selbst?

Menschen, die einerseits eigene Grenzen annehmen und sich üben im Loslassen (beides auch begleitet von Traurigkeit oder Angst) und die sich andrerseits auch im Alter für andere interessieren und im Rahmen der eigene Möglichkeiten einsetzen – für Enkelkinder, Kinder, Nachbarn, Freunde, andere Menschen- sie  erzählen, dass sie das Alter als sinn- und wertvoll empfinden.

Die Einübung von Loslassen, das wir praktizieren, vielleicht auch indem wir den Umzug im Alter wagen und die geliebte Wohnung verlassen, gehört zu den Herausforderungen, die das Älterwerden an uns stellt. Mit einem dankbaren Blick auf die Vergangenheit den nächsten Schritt wagen, das hilft uns, nach vorne zu schauen, uns zu öffnen  und ein „JA zum Alter mit allem was dazugehört“, wie es Hermann Hesse ausdrückt, zu finden und uns so letztlich auf das ganz große Loslassen am Ende unseres Lebens vorzubereiten.

Die äußere Vorbereitung aufs Älterwerden sind wichtige Themen, die es uns und unseren Angehörigen erleichtern, in guter Umgebung und gut versorgt alt zu werden. Vielleicht sind Glaube, Vertrauen, Hoffnung und Liebe aber mindestens ebenso wichtig im letzten Abschnitt Ende unseres Lebens- nun, wohl nicht nur dann.

Damaris Braun

Ökumenische Sozialstation Sindelfingen

Angebote zu Seelsorge in den Kirchengemeinden

Loslassen, Aufatmen, neue Kraft schöpfen - Heilsames für Körper, Geist und Seele.

Unter diesem Motto findet jeden letzten Donnerstag im Monat von 18.00 Uhr bis ca. 19.30 Uhr in der St. Bonifatiuskirche Böblingen das Angebot Heilungsraum statt.

Der Heilungsraum ist ein geschützter Raum zum Finden von Ruhe, Kraft und Geborgenheit, zur Erfahrung der Nähe Gottes, zum Gespräch, Handauflegen, Beten und Segnen - zur Bitte um Ganz- und Heilwerdung. Nach einer gemeinsamen spirituellen Einstimmung durch ein Lied, einen Impuls und ein Gebet können Sie in einem der separaten Bereiche erzählen, was Ihr Anliegen ist und sich persönlich begleiten lassen. Oder Sie genießen lediglich die wohltuende Atmosphäre mit sanfter Musik in der Bonifatiuskirche und finden so Raum und Ruhe für sich selbst.

Termine 2020: 17.12.2020

Weiterführende Informationen erhalten Sie über Frank Kühn, Klinikseelsorger, Tel. 07031 – 668 295 00 oder per E-Mail: heilungsraum-bbdontospamme@gowaway.gmx.de