Willkommen im Katholischen Dekanat Böblingen

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Tränen im Rosengarten – die Legende von den Pfingstrosen

Nun blühen überall rote, rosa und weiße Pfingstrosen, auch Päonien genannt. Die Menschen nannten sie früher Pferderosen, denn sie schmückten ihre Pferde für die Pfingstumzüge mit den Rosen. Die Blüten lassen sich problemlos pflücken, weil sie keine Dornen haben. Wie die Pfingstrose zu ihrem christlichen Namen kam, erzählt eine alte Legende:
Als Jesus durch Galiläa zog, lebte dort eine Frau, mal wird sie Magdalena, mal Rut(h) genannt. Sie wäre gerne seine Jüngerin geworden, war aber verheiratet und hatte Kinder. Als Jesus nah drei Tagen weiterzog, blieb sie zu Hause.
Eines Tages kam ein Jünger an ihrem Haus vorbei und erzählte von Jesu Tod. Da ging die Frau voller Schmerz in ihren Rosengarten und weinte. Doch plötzlich wurde ihr ganz leicht ums Herz und sie hörte wunderbare Musik.
Als das nächste Mal ein Jünger vorbeikam, hatte er ganz andere Nachrichten: Jesus sei auferstanden und in den Himmel gefahren und beim ersten Pfingstfest hätten sich 3.000 Menschen taufen lassen.
Die Frau lief in ihren Rosengarten und traute ihren Augen nicht. Denn ihre Sträucher waren übervoll mit Rosen bedeckt. Aber diese Rosen hatten keine Dornen. Es waren die ersten Pfingstrosen. Die Frau dachte: "Gott hat die Dornen fortgenommen und das Leid in Freude verwandelt." Nur Gott könne Dornen von den Rosensträuchern wegnehmen, seinen Sohn von den Toten auferwecken und den Menschen nach dem Tod das ewige Leben schenken.

Online gestellt am 11.05.2018
Text: Margret Nußbaum und Agathe Lukassek
Bild: Birgitta Hoyer-Hensel

Maria - nicht nur katholisch?

An Maria, der Mutter Jesu, scheiden sich immer wieder die Geister. Bei den Katholiken hat Marienverehrung – besonders zwischen 1850 und 1950 – zu einem Brauchtum geführt, das gerade im Mai Marienaltäre besonders mit Blumen schmückt, oder die Frömmigkeit in sog. Maiandachten ausdrückt.

Woher das kommt? Vorchristliches Frühlingsbrauchtum wurde durch verschiedene christliche Feiern aufgegriffen. Ursprünglich war das "Maigebet" eine Bitte um eine gute Ernte, ähnlich wie heute noch die Flurprozessionen ("Bitt-Tage") den Segen für die Felder und Früchte in dieser Jahreszeit erbitten. Ausgehend von Italien, Frankreich, Schweiz und Österreich verbreitete sich die marianisch geprägte Maiandacht in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland. Sie wurden verbunden mit "Maipredigten", die den Stellenwert dieser Andachten hervorhoben. Die Maiandachten und die Maipredigten förderten darüber hinaus die marianische Volksfrömmigkeit, durch die in den Menschen eine emotionale Schicht erreicht wurde.  Die Blumen und Blüten symbolisieren Maria in ihrer Gnadenfülle; sie wird als "die schönste Blume" besungen.

„Maria ist nicht nur katholisch“ – steht im evangelischen Erwachsenenkatechismus von 1975. Damit sollte gesagt werden, dass ihre mütterlichen Züge auch evangelische Christen ansprechen können und von einer tiefen innerlichen Sehnsucht zeugen. Und das Beispiel Marias steht für den Mut der biblischen Frauen, für den Weg Gottes auch ganz eigene Wege zu gehen. Gemeinsam in den Konfessionen scheint heute die Betonung darauf zu liegen, dass eine Verehrung Mariens (die nie angebetet wird) immer das Gerichtetsein auf Christus bedeutet – wie es das „solus Christus“ als eine zentrale reformatorische Errungenschaft ausdrückt.

Die Volksfrömmigkeit des letzten und vorletzten Jahrhunderts hat viele Elemente hinzugefügt, die heute manchmal nur regional verständlich sind und nicht zum zentralen Glaubensgut der Kirche zählen. Der Mai – eine Möglichkeit, über die Bedeutung Marias, der Mutter Jesu, neu ins Gespräch zu kommen!?

Text: Wolfgang Hensel
Bild: Michael Opalke