Mit. Leidenschaft. Leben

Von L. nach R.: Dirk Steinfort, Marianne Aicher, Annegret Hiekisch, Christoph Schmitt

3. BachKurzExerzitien im Kloster Kirchberg vom
02. November - 04. November 2018

Es ist eine der musikalisch innigsten und auch textlich dichtesten Arien des Weihnachtsoratoriums, die bei den diesjährigen BachKurzExerzitien im Mittelpunkt stand: „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen, tröstet uns und macht uns frei“. Schon zum dritten Mal hatte ein bewährtes Team aus der Kath. Erwachsenenbildung, dem Dekanat Böblingen und dem Institut für Fort- und Weiterbildung zu diesem ganz besonderen Besinnungswochenende im Kloster Kirchberg eingeladen. Die Musik Johann Sebastian Bachs bildete den inneren Kern und die Grundlage für vielfältige Zugangsweisen musikalischer, persönlicher, kreativer, literarischer und spiritueller Art. Mitleid und Barmherzigkeit waren die zentralen Worte, die sich im Lauf der Tage immer tiefer erschlossen, auch durch den Bezug zum ‚Gleichnis vom barmherzigen Vater‘ und seiner bildhaften Deutung durch Rembrandts beeindruckendes Gemälde von der „Heimkehr des Verlorenen Sohnes“.

Die Besonderheit dieser BachKurzExerzitien liegt sicherlich in der emotionalen Dichte und der Vielfalt der Ausdrucksformen. Und so wird nicht nur Musik angehört oder mit dem Kopf analysiert, sondern auch selbst gesungen, literarisch vertieft, mit den Händen geformt, dem Körper nachgespürt – und alle Impulse auch in einer abschließenden Liturgie zusammengeführt. Und dabei immer wieder auch herzhaft gelacht. Ganz gemäß dem übergeordneten Motto "Mit.Leidenschaft.Leben" – die Ermutigung zu einem ganzheitlich leidenschaftlichen Leben in all seinen Facetten…

Das Kloster Kirchberg, in wunderbare Natur eingebettet, bot in diesem leuchtenden Herbst eine Traumkulisse, in ihrer Schönheit kaum in Worte zu fassen. Auch das ein besonderes Geschenk, darin waren sich die TeilnehmerInnen einig, die mit vielen inneren und äußeren Eindrücken bereichert wieder in ihren Alltag zurückkehrten. Und in diesem Jahr das Weihnachtsoratorium wohl mit anderen Ohren und einem vertieften Bezug hören werden.

Online gestellt am 19.11.2018
Text + Bilder: Annegret Hiekisch

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Paul Michael Zulehner setzt fulminante Akzente

Böblingen/Herrenberg. 06.11.2018
Auf gleich zwei Veranstaltungen
konnten Menschen im Dekanat Böblingen erleben, welch jugendliche Frische und visionäre Kraft immer  noch ein Mann entfaltet, der sicherlich der renommierteste Pastoraltheologe unserer Zeit ist: Paul Michael Zulehner, bekannter Autor und vielfach weltweit gefragter Referent, wird im kommenden Jahr zwar schon achtzig Jahre, aber er zeigte zunächst nachmittags auf der Dekanatskonferenz und dann abends im öffentlichen Vortrag, dass leuchtende Augen, ein brennendes Herz und begeistert-begeisternde Ideen keine Frage des Alters, sondern der glaubwürdigen, prophetisch ansteckenden Visionen und einer mitreißenden Bildsprache ist.

Und zuallererst eine Frage der eigenen Glaubwürdigkeit, denn, wie Zulehner selbst sagte: „Es zählen nicht die Worte, es zählen immer die Personen!“ Vehement forderte er eine "Pastoral der Inklusion", die Vision und das ganz konkrete Programm einer einladenden (und nicht ausgrenzenden!) Kirche, eine Gemeinschaft, "bei der das Leben nicht umkommt, sondern aufkommt!" Im Anschluss an einen Satz von Papst Franziskus, der davon sprach, dass wir nicht in einer Ära des Wandels leben, sondern vielmehr zu einem Wandel der Ära herausgefordert seien, forderte Zulehner einschneidende Konsequenzen: Denn es sei erforderlich, nicht nur im (bestehenden und immer gesetzt bleibenden) Rahmen zu reformieren, sondern vielmehr den Rahmen selbst in den Blick zu nehmen, diesen anzugehen und zu reformieren.

Ein entscheidender Schritt dahin werde die konsequente Dezentralisierung der Kirche sei, einen Weg, den Franziskus eingeschlagen und als wichtigstes Projekt beispielhaft und so einladend wie mitreißend vorleben würde. Die beispielhafte und –als Erbe des Konzils!- Kräfte freisetzende und Handlungsräume öffnende Dimension und Geltung der Ortskirchen und der synodalen Handlungsmuster werden dann nämlich, so Zulehners feste Überzeugung, zu einer regelrechten Schubumkehr der Kirchenentwicklung führen. Dann sei die Rede von der Kirche als "Auslaufmodell" nicht nur richtig, sondern geradezu positiv aufzunehmen und auszugestalten: Kirche ist immer und überall dort, wo sich Menschen guten Willens miteinander auf den Weg machen, um die Welt friedvoller, gerechter, ökologisch achtsamer und vor allem für alle Menschen würdiger als den einen Lebensraum zu gestalten.

Wahrlich eine Vision von Kirche, die nicht im Rahmen verbleibt und kleine, kraft- und mutlos lähmende ‚Reformprozesse‘ suggeriert, sondern an den Wurzeln und Grundlagen des Evangeliums und seiner frohen, befreienden Botschaft selbst ansetzt und so, wie Zulehner es nennt, die Vision einer "Kirche als Heil-Land" ganz konkret Gestalt gewinnen lässt.

Den Vortrag von Prof. Zulehner bei der Dekanatskonferenz kann man auf unserem YouTube Kanal  nachhören und in diesem PDF nachlesen. Mehr Wissen zu Paul. M. Zulehner? Hier geht's zu seiner Homepage: www.zulehner.org .

Online gestellt am 19.11.2018
Text: Dr. Dirk Steinfort
Foto: Peter Then

Rot, rot, rot sind alle meine Kleider...

"Rot, rot, rot sind alle meine Kleider..." - mit dem Klang dieser bekannten Melodie wurden die Teilnehmerinnen des 2. Dekanats-Frauentags am 28.10.2018 im Saal von St. Bonifatius in Böblingen musikalisch begrüßt. Rund 40 Frauen waren der Einladung eines Teams aus dem Katholischen Dekanat gefolgt, um unter dem Motto "Und ab morgen trag ich Rot!" einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen.

Viele hatten dieses Motto schon bei der Wahl ihrer Kleider aufgegriffen und so war die Farbe Rot an allen Ecken sichtbar und inspirierend. Rot ist nicht irgendeine Farbe, Rot ist ein Statement und eine Signalfarbe. Dazu kommt, dass sie auch vielerlei symbolische Bedeutung hat als Farbe der Liebe, der Leidenschaft, des Feuers, des Blutes, aber auch der Aggression und Wut. Viele Aspekte also, mit denen sich die Frauen an diesem Nachmittag beschäftigen konnten.

An unterschiedlichen Stationen gab es Impulse zum Beispiel aus der Literatur ("Die rote Liste...") oder aus der Kunst (Rot kreativ!), in einer meditativen Gruppe wurde ein Psalm in ein Labyrinth geschrieben ("Der rote Faden im Leben...") oder in der Kirche miteinander gesungen. Ein besonderes Highlight war sicher die Station "Auf dem roten Teppich", wo verschiedene Kleidungsstücke, Schminkzeug und Accessoires bereit lagen, um sich mit der Farbe Rot auszuprobieren und einmal im Rampenlicht “ganz groß rauszukommen“.

Herrlich inspirierende Szenen und Momente, die auch mit einer Sofortbildkamera festgehalten wurden. In einer gemeinsamen Liturgie in der Bonifatiuskirche wurde alles auch spirituell zusammengeführt und am Ende des Nachmittags war viel Strahlen, Freude und Dankbarkeit zu spüren. Und der Wunsch nach einer Wiederholung. Denn nicht nur die Farbe Rot, sondern auch das Zusammensein mit anderen Frauen gibt Impulse und inspiriert für den Alltag.

Online gestellt am 29.10.2018
Text + Bilder: Annegret Hiekisch/Dekanatsreferentin

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Marianne Aicher zur Kirchenmusikdirektorin ernannt

Es war ein in vielerlei Hinsicht denkwürdiger Konzertabend am 7. Oktober 2018 in der Martinskirche in Herrenberg. Zunächst aufgrund einer phantastischen Aufführung der Geschichte vom „Kleinen Prinzen“, die als Musical von einer großen Schar Mitwirkender verschiedener Chöre und Ensembles eindrucksvoll und engagiert dargeboten wurde.

Noch war der Beifall nicht ganz abgeflaut, als Pfr. Markus Ziegler das Mikrophon ergriff und der Chorleiterin Marianne Aicher von Herzen dankte nicht nur für diese besondere Aufführung, sondern auch für ihr inzwischen 30jähriges kirchenmusikalisches Wirken in der Kirchengemeinde Herrenberg. Doch damit nicht genug. Denn als Überraschungsgast des Abends übernahm Diözesanmusikdirektor Walter Hirt das Wort und verlas einen langen Brief des Bischofs, in dem er die herausragende Arbeit von Marianne Aicher in all ihren Facetten beschrieb und würdigte. Tosender Beifall, als all die wertschätzenden Sätze in die Ernennung von Marianne Aicher zur Kirchenmusikdirektorin mündeten. Die so Geehrte war sprachlos, zumal sie von all den Bemühungen im Vorfeld tatsächlich nichts mitbekommen hatten. Dekanatskirchenmusikpräses Anton Gruber, Dekan Anton Feil und Dekanatsreferentin Annegret Hiekisch überbrachten den tief empfundenen Dank und die Glückwünsche des Dekanats, in dem Marianne Aicher nun auch schon seit zwanzig Jahren als Dekanatskirchenmusikerin in vielfältiger Weise wirkt.

Alles in allem eine zu Herzen gehende Überraschung und eine schöne Ehrung, über die sich nicht nur Marianne Aicher freute, sondern mit ihr auch die vielen Menschen, die sie mit ihrer begeisternden und authentischen Art über viele Jahre hinweg angesprochen und berührt hat. Marianne Aicher ist derzeit nun die einzige Frau in unserer Diözese, die den Ehrentitel Kirchenmusikdirektorin trägt, der für herausragende Verdienste für die Kirchenmusik und letztlich – ganz im Sinne der Geehrten – für die ganz besondere Arbeit mit den Menschen verliehen wird.

Online gestellt am 15.10.2018
Text + Bilder: Annegret Hiekisch, Dekanatsreferentin
Großes Bild von links nach rechts: Pfarrer Markus Ziegler (Herrenberg), Pfarrer Anton Gruber (Weil der Stadt), Diözesanmusikdirektor Walter Hirt, Dekanatskirchenmusikdirektorin Marianne Aicher, Dekan Anton Feil, Dekanatsreferentin Annegret Hiekisch

Dekanatsausflug 2018

Herrenberg, 12.07.2018. Diesmal ging es zum Schlossberg, einen 522,8 m über Meereshöhe gelegener Berg. Der höchste Punkt bildet der Gipfel des Kanonenbuckels im Bereich der Schlossruine. Wir spazierten über die Martinseiche zum Alten Rain, wo wir ein gemütliches Brezelfrühstück mit Getränken einnahmen.

Anschließend wanderten alle weiter zum Naturfreundehaus, wo wir uns in zwei Gruppen aufteilten und jeweils getrennt voneinander den Schönbuchturm besichtigten - mit seinem herrlichen Panorama über Herrenberg und die gesamte Region Schönbuch. Anschließend wechselten wir zum Waldfriedhof mit seinem
Trauerweg“.

Das kulinarische Ende diesen beeindruckenden Vormittags "gestaltete" am Mittag das Restaurant Schlosskeller mit Open End für alle Beteiligten. Schön war's! Herzlichen Dank an das Organisationsteam! Und nun lassen wir die Bilder für sich sprechen.

Obline gestellt am 02.08.2018
Text: Peter Then
Bilder: Wolfgang Hensel
(Bitte beachten Sie den Hinweis zum Recht am eigenen Bild im farbigen Kasten oben.)

Fachdienstleiterkonferenz in St. Bonifatius

(von Li nach Re): Frank Kühn, Dekan Anton Feil, Petra Fuchs, Angela Knupfer, Thomas Kreis

Böblingen, 04. Juli 2018
Saal- und Gemeindezentrum St. Bonifatius

Anfang Juli kamen die Fachdienste zu ihrer tournusmäßigen Konferenz zusammen. Nach einem besinnlichen Impuls durch Dekan Anton Feil ging es dann auch zügig zur Tagesordnung über.

In kleiner Runde wurde Aktuelles zu den einzelnen Abteilungen vorgestellt. Leider immer noch mit viel Unklarheiten in der praktischen Umsetzung behaftet: Der neue integrierte Stellenplan der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der im September in Kraft treten soll. Die Dekanatsleitung verspach, dranzubleiben und für Aufklärung zu sorgen. Das neue Angebot der Fachdienste zu den Gottesdiensten in den Gemeinden ist durch die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit in Form eines Flyers umgesetzt worden. Nach einer ausführlichen Erörterung wird er Mitte/Ende August in Druck gehen können und zum Einstaz kommen. Wir sind sehr gespannt auf die Aufnahme des Angebots in den Kirchengemeinden.

Zum Schluß wurde Schuldekan Thomas Kreis herzlichst aus dem Kreis verabschiedet, dem er viele Jahre sehr gerne angehörte. Am 19.07.2018 wird in Herrenberg die Amtsübergabe an seine Nachfolgerin, Christine Werner, erfolgen. Bei der Gelegenheit kündigte auch die Beauftragte für Familienpastoral, Angela Knupfer, ihren wohlverdienten Ruhestand an. Ihre Nachfolgerin, Petra Fuchs, war zum ersten Mal bei der Konferenz anwesend. Noch einmal eingeführt wurde Frank Kühn, der Leiter des neuen Fachdienstes Klinikseelsorge. Mit einem kleinen Imbiss ging die Konferenz gegen 12 Uhr zu Ende.

Die nächste Fachdienstleiterkonferenz wird am 07.11.2018 ganztägig in St. Bonifatius stattfinden.

Online gestellt am 09.07.2018
Text + Bilder: Peter Then

26. Juni 2018. Sindelfingen Goldberg. Pfarramtsekretärinnentag 2018
Sich selber spüren, sich anderen zeigen

Dekanatsreferent Wolfgang Hensel gelang mit treffenden Liedern und der Geschichte über einen Adler, der nicht wußte, dass er fliegen konnte, ein wunderschön besinnlicher Morgenimpuls in der Marienkirche. Ganz viele Menschen wissen gar nicht, wozu sie fähig sind. Sie haben es nie ausprobiert, und es fehlt ihnen das nötige Selbstvertrauen -  genau wie dem Adler. Der Adler bekam Hilfe durch einen Fremden und am Schluß der Geschichte spürte er sich selbst und zeigte sein Können. Er flog davon. Manchmal bedarf es nur eines kleinen Anstoßes, um Großes zu bewirken.

Das Leitthema "Sich selber spüren, sich anderen zeigen" sollte an diesem Tag umgesetzt werden. Erkennen und spüren des eigenen Körpers und Präsenz zeigen gegenüber den Mitmenschen, Selbstbewußtsein in Dienstbesprechungen oder einfach bei Alltagsgeschäften wie Telefonieren, Begrüßung von BesucherInnen im Büro oder bei der sachbezogenen Unterhaltung mit ihnen.

Tobias Ballnus, Theaterpädagoge aus Tübingen, gelang dieses Vorhaben vorzüglich. Kurzweilig in den praktischen Körperübungen und mit viel Humor fesselte er alle Beteiligten und nahm sie mit auf eine Reise zu sich selbst. Wie schaffe ich es, meine Energie zielgerichtet zu kanalisieren? Die Übungen zeigten die Wege dorthin - sei es mit der imaginären Haselmaus, die sich ihren Weg durch alle Füsse bahnen mußte, beim heiteren Spiel "Ochs am Berg" oder nach der Pause mit Atem- und Stimmübungen aus der Schauspielpraxis. Eine Polka brachte das Gefühl für Rhythmus und mit einem Rollenspiel, das das bisher Erlernte umsetzte, ging das Seminar viel zu früh zu Ende.

Die Versammlung der Pfarramtssekretärinnen hat bestätigt, dass ab sofort Djurdjica Merten (rechts im Bild) von Frau Valentina Mestrovic (links im Bild) als Dekanatssprecherin der Pfarramtssekretärinnen unterstützt wird.

Herzlichen Dank an alle TeilnehmerInnen, die mit sichtlicher Begeisterung und mit ihrer intensiven Mitarbeit zu diesem gelungenen Tag beigetagen haben.

Gott segne dich:
ER gebe Flügel deinen Gedanken.
Hände deinen Worten.
Füße deinen Träumen.
Liebe deinem Tun,
und Maß deinen Zielen.

Online gestellt am 28.06.2018
Text + Bilder: Peter Then

Leben auf der Alm

Eine Auszeit für Frauen
Schliersee (Bayern) vom
16. – 18.6.2018
Unser "etwas andere Angebot" der keb Böblingen und des Familienzentrums St. Anna in Maichingen, eine Auszeit für Frauen auf der Alm, stieß auf ein überwältigendes Interesse.

Am frühen Morgen des 16. Juni 2018 machten sich neun Frauen unter der Leitung von Conny Rosenthal (FZ St. Anna) und Angela Knupfer (keb BB) mit Privatautos auf den Weg Richtung Schliersee in Bayern. Dort, auf einem Parkplatz zwischen Schliersee und Spitzingsee, wurden die Autos abgestellt, die eingekauften Lebensmittel zum Transport auf die Alm verteilt und die Rucksäcke aufgeschnallt. Dann begann der 2-stündige Aufstieg hinauf zur Jägerbauernalm in 1546 m Höhe, die nur zu Fuß zu erreichen ist. Dort angekommen, erwartete uns die Sennerin mit Kaffee auf der Terrasse und wir konnten uns von dem anstrengenden Aufstieg erholen. Wir richteten unsere Schlafplätze unterm Dach ein und genossen die herrliche Landschaft: die saftigen Almwiesen mit ihrer üppigen Vegetation, die wunderbaren Ausblicke hinunter ins Tal bis zum Schliersee und hinauf in die Berggipfel.

An die Bedingungen der Alm ohne Strom und Wasser gewöhnten wir uns schnell. Der Brunnen vor dem Haus diente als „Badezimmer“ und das Klohäuschen hinter der Alm war nur nachts mit Stirnlampe etwas schwieriger aufzusuchen. Die Sennerin kochte für uns wunderbares vegetarisches Essen, das ganz phantastisch schmeckte und sehr abwechslungsreich war. Sie verwöhnte uns mit selbstgemachtem Müsli und Käse am Morgen und Gemüseeintopf, Bratlingen und „Ofenschlupfer“ am Abend.

Wir erlebten in diesen Tagen viel Neues: die Kuh melken, Butter und Käse herstellen, ein Molke-Fußbad genießen, Schnittlauch auf den Wiesen suchen und verarbeiten, Gipfelkreuze erklimmen und singen und spielen bei Kerzenschein. Wir durften einfach nur da sein, mit der Sennerin zusammen leben und die Ruhe und Einfachheit genießen.

Es war für alle Frauen eine erfüllte Auszeit fern ihres Alltags und dem Himmel nahe!

Online gestellt am 31.07.2018
Text + Bilder: Angela Knupfer

Dekanatskonferenz mit Weihbischof Matthäus Karrer

St. Bonifatius / Böblingen, 07.06.2018
Die ungewöhnliche hohe Teilnehmerzahl signalisierte, dass die Themen dieses mal besonders großes Interesse weckten. Möglicherweise trug auch die Präsenz unseres Gebietsreferenten Weihbischof Matthäus Karrer dazu bei, der die Konferenz mit konkreten und lebendigen Rückmeldungen seitens der Diözesanleitung versorgte.

In zwei Themenkreisen wurden zwei wichtige Fragenkomplexe erörtert, die die Pastoraleinheiten im Dekanat beschäftigen.

1.) Entfernen wir uns durch die vielfältigen Aktivitäten im Rahmen des Prozesses "Kirche am Ort" von unserer eigentlichen Kernaufgabe, nämlich Glauben vermitteln und leben? Oder unterstützen die pastoralen Angebote „an vielen Orten“ eher die Vertrauenswürdigkeit der katholischen Kirche und die Glaubenssuche der Menschen?
Die Antwort lag für viele auf der Hand: Diese „Andere-Orte-Angebote“ (in Hospiz, Schule, Erwachsenenbildung, Musik u.v.m.) eröffnen Chancen für die Kirchengemeinden, ein positives Leitbild aufzubauen und zu festigen.

2.) Personal im Wandel: Die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ist zunehmend von Konflikten geprägt. Ehrenamtliche fühlen sich oft in Entscheidungsgremien übergangen, da sie zunächst eher pastoralfremde Professionalitäten einbringen. Aber ist dies wirklich ein Manko? Und inwieweit sorgt der neu eingeführte diözesane Stellenplan für Entspannung, mit dem die Seelsorgeeinheiten flexibler bzw. eigenständiger Stellen verwalten können?
Die Diskussion brachte ganz unterschiedliche Meinungen hervor und sie ist noch lange nicht abgeschlossen. Fest steht, dass beide Seiten neue Ansätze und weiteres Aufeinanderzugehen brauchen, um ihre Aufgaben erfüllen zu können.

Weihbischof Karrer ergänzte und bestärkte viele der Gedanken aus den zwei Themenkreisen. Sein Appell: immer wieder auch aus der „Sammlung“ heraus als Kirche den Weg der „Sendung“ nicht vergessen: wenn Kirchengemeinden und auch die Hauptberuflichen wirklich Prioritäten setzen, wird auch die Aufgabe gelingen, dass die „Hecken und Zäune“ wichtige Felder der Pastoral werden und nicht ein Vereinsdenken um sich greift.
Gabriele Denner, die Referentin des Weihbischofs konnte Mut machen, mit den Ehrenamtliche Wege zu gehen, die über die Rekrutierung zu bestimmten, schon vorher festgelegten Aufgaben hinausgehen. Ehrenamt 4.0 lebt davon, dass Menschen freiwillig und selbstbestimmt individuelle Interessen und Neigungen einbringen. Auch wenn vieles dadurch unübersichtlicher, spannungsreicher und widersprüchlicher werden könnte.

Mit einem Ausblick auf kommende Veranstaltungen ging der Nachmittag zu Ende. Mitglieder der Dekanatskonferenz treffen sich zum Beispiel noch im Juni zu einer geistlichen Wanderung. Denn auch das war eine Anmerkung des Weihbischofs: einer spirituelle Heimatlosigkeit gegenzusteuern, auch mit klarer Verortung im Evangelium.

Online gestellt am 12.06.2018
Text: Peter Then, Wolfgang Hensel
Bilder: Peter Then

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Dekanats-Familientag 2018

Am Samstag, 5. Mai 2018 fand zum 2. Mal im Familienzentrum St. Anna in Maichingen ein Dekanats-Familientag statt.

Dieses Mal lautete das Thema "Du bist ein Ton in Gottes Melodie". Veranstalter waren die keb Böblingen, das Familienzentrum St. Anna und das Dekanat Böblingen. Angela Knupfer, Familienbildungsreferentin der keb und Sylvia Neumeier, Gemeindereferentin haben zusammen mit dem Familienzentrum diesen eindrücklichen Tag geplant, organisiert und durchgeführt. Mit dabei war die Dekanats-Kirchenmusikerin Marianne Aicher und die Musikerin und Tanzpädagogin Elke Pflock-Bolay. Unterstützt wurde das Angebot durch pädagogische Fachkräfte des Kinderhauses St. Martin.

Ca. 20 Familien trafen sich an diesem Nachmittag im Familienzentrum zu einem vielseitigen und abwechslungsreichen Programm. Zu Beginn versammelten sich alle in der eigens hergerichteten Cafeteria des Gemeindehauses und warteten gespannt darauf, was der Nachmittag wohl bringen würde. Als Namensschilder gab es für Kinder und Eltern eine Note aus Karton, auf die jede/r ihren/seinen Namen schrieb. Nach der Begrüßung begann der Nachmittag mit dem gleichnamigen gemeinsamen Lied „Du bist ein Ton in Gottes Melodie“. Danach strömten alle aus und konnten an unterschiedlichen Workshops teilnehmen, in denen getanzt, gesungen, gebastelt und gebacken wurde. In der Bäckerei entstanden bunte und reichlich verzierte Ausstecher aus Notenschlüsseln, Noten und Musikinstrumenten. Am Flügel im großen Saal wurde nicht nur gesungen, sondern Musik und Lieder auch in Gebärden und Bewegung umgesetzt. Im Kreativ-workshop wurden aus Papierrollen die unterschiedlichsten Rasselinstrumente hergestellt und natürlich auch ausprobiert. Im Bewegungsraum wurden zu Akkordeonklängen folkloristische Kreistänze mit viel Begeisterung gelernt und eingeübt. Es wurde im ganzen Familienzentrum viel gelacht und viele interessante Gespräche geführt, auch mit dem Katholischen Familienferienwerk, das mit einem Info-Stand vor Ort war. Zwischen den Angeboten war immer wieder Raum zum Ausruhen in der Cafeteria, wo alle sich bei Kaffee, Getränken und Kuchen stärken konnten.

Am Ende des erlebnisreichen Tages entstand auf Notenlinien, die, groß aufgemalt auf einer Tapetenrolle quer durch den Saal verliefen, eine eigene Melodie des Dekanatsfamilientages aus den Noten-Namenschildern aller TeilnehmerInnen, wobei jede/r  symbolisch ein Ton in Gottes Melodie wurde.

Online gestellt am 13.06.2018
Text + Bilder: Angela Knupfer

Döffingen, 23.01.2018. Gemeindehaus und Johanneskirche
Die erste Dekanatskonferenz des Jahres begann mit dem geistlichen Impuls in der Johanneskirche durch Schwester Luise Ziegler, bei dem schon das Startthema „Geistliche Berufungen“ anklang:

Guter Gott,
weil du da bist,
bin ich niemals allein.
weil du mich liebst,
habe ich nichts zu befürchten.
weil du mich kennst,
kann ich mich frei entfalten.
weil du mich begleitest,
kann ich meinen Weg gehen.
Segne mich und bleibe mir nahe.

Bei der Konferenz im Gemeindesaal stellte Schwester Luise Ziegler vom Team Berufe der Kirche das Ausbildungsprogramm und die Neuerungen für das Jahr 2018 vor. Im Bereich der Aus- und Fortbildung gibt es eine Vielfalt an Angeboten für Berufsanfänger und Umsteiger, berufsbegleitende Fernkurse und Orientierungskurse unterschiedlichster Couleur. Wer mehr darüber wissen möchte, dem wurde die Website des Bischöflichen Ordinariats ans Herz gelegt: www.berufe-der-kirche-drs.de oder das Ambrosianum College: www.ambrosianum-tuebingen.de .

Der lang erwartete neue Stellenplan für Gemeindepersonal und Kategoriale Seelsorge geht in die Zielgerade und soll diesen Sommer in Kraft gesetzt werden. Wolfgang Müller von der HA IV (Pastorale Konzeption bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart) stellte die Ziele und die zum Teil veränderten Kriterien vor. 1170 Stellen der Diözese (Dekanate und Gemeinden/SE) wurden neu bewertet und "geplant". Das Kriterium „Kasualien“ (Beerdigungen, Hochzeiten, Taufen) wird z.B. neu eingeführt, dafür andere nicht mehr berücksichtigt. Jeweils sind z.B. auch SE-übergreifende Aufträge, neue Aufgaben, z.B. in Familienpastoral oder Kirche und Schule, sowie nicht den SE zuordenbare Religionsunterrichts-Aufträge zu bedenken.

Der Anspruch an den neuen Orientierungsrahmen ist groß. Er soll nachvollziehbar, verständlich und transparenter für die SE sein. Außerdem gibt die Diözese den SE mehr Entscheidungsspielraum bei der Stellenplanung und -besetzung, also mehr Flexibilität. Die neu berechneten Durchschnittswerte fanden bei den TeilnehmerInnen nicht überall Anklang, so dass in den Gemeinden noch viel Erklärungsbedarf vorhanden ist. Werden Stellen an das Dekanat abgegeben? Welche Fremd-Professionen dürfen künftig pastoral arbeiten? Und vieles mehr. Das Dekanat Böblingen versprach Hilfe bei Klarstellung und Lösungsfindung.

Ankündigungen von Veranstaltungen, neue Flyer und den Terminüberblick 2018 standen am Schluss. Die nächste Dekanatskonfernez findet am 13.03.2018 in Weissach statt.

Online gestellt am 24.01.2018
Text + Bilder: Peter Then

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