Johannistag – genau zwischen zwei Weihnachtsfesten

Ein halbes Jahr nach (oder auch vor ..) Weihnachten feiern wir am 24. Juni, zur Zeit der Sommersonnenwende, wieder ein Geburtstagsfest: Das des Johannes` des Täufers, der den Überlieferungen nach Jesus im Jordan getauft hat. Normalerweise wird im katholischen Christentum der Tod eines Heiligen zum Gedenktag, Johannes bildet dabei eine seltene Ausnahme: an diesem Datum soll Johannes geboren sein; zusätzlich gibt es noch einen (selten gefeierten) Gedenktag Ende August, der an seine Enthauptung erinnern soll.

Bei der Festlegung und Berechnung dieses Tages in der Frühzeit des Christentums war es mehr als ein glücklicher Zufall, dass diese den Tag der Sonnenwende ergab. Von der Begegnung Marias und ihrer Cousine Elisabeth geht man aus, die da im sechsten Monat schwanger war … Und: ab 24. Juni nehmen die Sonnenstunden ab, was sich mit dem überlieferten Spruch des Johannes deckt: „Er (Jesus Christus) muss wachsen, ich aber muss abnehmen" (Johannes 3,30).“ Ein Tag, der in den vorchristlichen traditionellen Religionen mit großen Festen, den Sonnwendfeiern, begangen wurde, an dem bis heute in einigen Regionen Johannisfeuer entzündet werden.

Eine weltliche Bedeutung hat der Johannistag bis heute für Spargelliebhaber, denn traditionell ist es der letzte Tag, an dem Spargel gestochen wird. Gleichzeitig markiert dieses Datum auch den Beginn der Ernte der Johannisbeeren, die dieser Tatsache ihren Namen zu verdanken hat.