Gedanken zum Sonntag, 30. April 2017

 

 

 

Anton Feil,
Pfarrer der SE Schönbuchlichtung

Ohne das „Brot des Lebens“ ist der Weg zu weit für Dich

„Sonst ist der Weg zu weit für dich“. Dieser Satz bringt einen Propheten mit Namen Elija wieder auf die Beine. Er hatte „alles satt“, das Leben, die Anfeindung durch die mächtige Königin Isebel und sogar seine Aufgabe, im Volk Israel für den Glauben an den einen und einzigen Gott einzutreten. Deshalb war er aus dem bewohnten Land in die Wüste geflohen, hatte sich unter einen Ginsterstrauch gelegt und wollte nur noch eines: sterben!

Doch die Bibel bezeugt uns einen Gott, der auf uns achtet und uns nicht fallen lässt. Ein Bote Gottes weckt Elija und lässt ihn die Stärkung sehen, die für ihn da ist: Wasser und Brot. Elija nimmt diese einfachen Lebensmittel zu sich und schläft weiter. Erst als der Engel zum zweiten Mal ihn anrührt und sagt: „Steh auf und iss. Sonst ist der Weg zu weit für dich!“, erst auf diese Ermutigung hin bricht er auf, um am Gottesberg Horeb erneut Gott zu begegnen.

Diese Geschichte habe ich mit 31 Kindern aus Holzgerlingen beim letzten Vorbereitungsgottesdienst bedacht. Ich wollte den Kinder (und ebenso den Lesern) zu verstehen geben: In  Nöten, Sorgen, Enttäuschungen, in diesen "Wüsten des Lebens“ dürfen wir Ermutigung und Stärkung erfahren. Gott hat dafür nicht nur bei Elija gesorgt. Er hat auch für alle Menschen gesorgt durch Jesus Christus mit „Wasser und Brot“.

Das Wasser der Taufe schenkt jedem, der sie empfängt, die unverbrüchliche Zusage Gottes: Du bist kein Niemand, keine Nummer, du bist wer, angenommen als Kind Gottes und beschenkt mit dieser Wertschätzung.

Das Brot, das Gott uns in Jesus Christus gibt, schenkt der Welt das Leben (vgl. Joh 6,33).

Wer mit Jesus Mahl halten möchte, das muss ganz elementar das ABC des Brotes lernen und einüben: A wie Anfangen mit Gott zu leben. B wie Beten oder in Verbindung mit Gott leben. C wie Credo = Ich glaube, dass du, Jesus, das Brot der Liebe bist, das Gott für alle Menschen bereithält. Das D muss dreifach buchstabiert werden. D wie Deuten, das Leben mit den Augen Jesu sehen lernen. Das kann heißen: Auch mitten in Not und Gefahr das Gute und vor allem Gott wahrnehmen, so wie es Jesus beim letzten Abendmahl getan hat, als sein Kreuzestod schon ganz nahe war. Darum hat er sich selbst als das Brot der Liebe verschenkt. D wie Danken. Dafür, dass dieses Brot der Liebe uns auch heute gereicht wird. Der große Dank dafür ist die Feier der Eucharistie, der Dankgottesdienst der Kirche für Jesus jeden Sonntag. Wer so beschenkt wird, wird danken für die Kommunion und wie Jesus leben wollen: D wie Dasein für andere, Dienen. Die Begegnung mit der Liebe Gottes verhindert, dass ich nur um mich selber kreise. Sie öffnet mir die Augen für meine Mitmenschen. Sie gibt mir Kraft, für andere wie schmackhaftes Brot zu sein. Wenn Christen Gottes Wort, ihre Taufe und „das Brot der Liebe“ schätzen, dann wird auch für uns der Weg nicht zu weit, hat auch die Kirche Zukunft.

In diesem Sinne wünsche ich allen Kindern, die in dieser Osterzeit Erstkommunion feiern, ihren Eltern, Paten, Angehörigen, dass sie dankbar „das Brot der Liebe“ empfangen und immer neu den Weg zu einer Kirche finden, in denen die Brotgeschichte Jesu weiterlebt zum Segen für viele.

Anton Feil, Pfarrer der SE Schönbuchlichtung