125 Jahre
Krankenpflegeverein
Böblingen e.V.

Am Sonntag, 5. Februar 2017 feierte der Krankenpflegeverein Böblingen sein 125jähriges Jubiläum. Im Jubiläumsgottesdienst um 10 Uhr in der Stadtkirche Böblingen hielt Dekan Dr. Bernd Liebendörfer die Predigt, der Bläserchor sorgte für den besonderen festlichen Rahmen.  Beim anschließenden Stehempfang in der Festen Burg, dem Gemeindehaus der Stadtkirche, berichtete der Dekan als 1. Vorsitzender von den Anfänge des Vereins. Oberbürgermeister Wolfgang Lützner sprach als 2. Vorsitzender über die Bedeutung des Vereins in der heutigen Zeit. Musikbeiträge übernahm Kantor Eckhart Böhm.

Die Kreiszeitung brachte in der Ausgabe vom 6. Februar 2017 dazu einen ausführlichen Bericht von Jutta Rebmann nebst Foto von Thomas Bischof. Hier ein Auszug mit den ersten Absätzen:

Häusliche Pflege einst, Sozialstation
Böblinger Kirchengemeinden heute

125 Jahre Krankenpflegeverein Böblingen:
Feierstunde im evangelischen Gemeindehaus Feste Burg

Als Dekan Christian Niethammer am 29. Januar 1892 einen Aufruf zur Gründung eines Krankenpflegevereins im Böblinger Boten veröffentlichte, da konnte er nicht ahnen, dass 125 Jahre später der Geburtstag des von ihm ins Leben gerufenen Vereins mit einem festlichen Gottesdienst in der Stadtkirche gefeiert werden würde.

Damals wie heute ist der 1. Vorsitzende des Vereins der evangelische Dekan, zweiter Vorsitzender ist der Oberbürgermeister der Stadt. Hatte es in den Gründungsjahren in der Stadt· Böblingen noch keine geregelte Krankenpflege gegeben, so ist heute trotz Kranken- und Pflegeversicherung der Krankenpflegeverein noch immer eine wichtige Grundlage für die Unterstützung der Kranken und Pflegebedürftigen.

Schon nach anderthalb Jahren stellte man der ersten Diakonisse Anna Siegle aus dem Stuttgarter Mutterhaus eine zweite Pflegerin zur Seite. So gefragt waren die Dienste der Schwester. Als die Diakonissen dann 1929 in das oberste Stockwerk der damals gerade fertig gestellten Festen Burg einzogen, entwickelte sich· die Wohnung zu einer gefragten Anlaufstelle in Sachen Pflege. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog dort mit Schwester Else Vater die Diakonisse ein, die bis heute im Gedächtnis der Böblingerinnen und Böblinger als die gute Seele der Krankenpflege in der Stadt lebendig geblieben ist. Waren die Schwestern in der Frühzeit noch per pedes unterwegs, so stiegen sie bald aufs Rad um und benutzten sogar - wie die legendäre "Motorrad-Hedwig' - ein Motor-Bike. Auch Else Vater machte noch mit "über vierzig" ihren Führerschein. Um 1960 fast eine kleine Sensation.

"Krankenpflege ist eine Kunst"
"Vieles kann erst auf den Weg gebracht werden, wenn viele es mittragen", so Dekan Dr. Bernd. Liebendörfer am Sonntag in seiner Festansprache. Bis heute sind die Mitglieder des und die Spender für den Krankenpflegeverein notwendig, auch wenn sich die Pflege und die Ansprüche an sie in den Jahrzehnten seither verändert haben. Vieles geht heute nicht mehr so einfach wie in den Anfängen. Die ambulante Krankenpflege wird heute hauptsächlich durch die Krankenkassen finanziert. Der Krankenpflegeverein kann durch seine Unterstützung dort einspringen, wo staatliche Hilfe nicht ausreicht.

 

 


Drei Dekane und zwei Oberbürgermeister stehen für drei Jahrzehnte als Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Böblinger Krankenpflegevereins (von links):
- OB Wolfgang Lützner,
- JensTimm (Dekan 1987 bis 1992),
- Dekan Dr. Bernd liebendörfer,
- Hans-Peter Ehrlich (Dekan 1993 bis 1999)
- Alt-OB Alexander Vogelgsang

(Foto: Thomas Bischof)

Historisches (und bleibend Aktuelles) zum Krankenpflegeverein finden Sie auch unter
100 Jahre Krankenpflegeverein