Älter werden als spirituelle Aufgabe - ein Projekt als Modell

Anfang 2013 kam Marjon Sprengel, Mitarbeiterin im Fachbereich Senioren der Diözese, auf die Erwachsenenbildung und das Kath. Dekanat Böblingen zu und bat um Unterstützung ihrer Idee der Entwicklung einer Form von Exerzitien im Alltag zum Thema „Älter werden als spirituelle Herausforderung“. Es bildete sich eine Projektgruppe mit erfahrenen und engagierten Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Orten des Dekanats. In einem intensiven gemeinsamen Prozess entwickelte die Gruppe unter der Begleitung und Moderation von Marjon Sprengel spannende und existentiell berührende Fragestellungen und Konzepte rund um die Thematik des Älterwerdens.

Im vergangenen Jahr fanden sich an unterschiedlichen Orten Menschen zusammen, die sich für jeweils eine Woche von den Fragestellungen anstoßen ließen – zuallererst in einem persönlichen Prozess, aber auch durch den Austausch in einer kleinen Gruppe.

Zum Abschluss der zum Teil sehr intensiven Zeit trafen sich die Mitglieder der Projektgruppe im März 2015 noch einmal, um über die gemachten Erfahrungen auszutauschen, das Projekt zu reflektieren und auch Annegret Hiekisch und Dr. Dirk Steinfort als Vertreter von Kath. Dekanat und Kath. Erwachsenenbildung davon zu berichten.

Aus den einzelnen Rückmeldungen:

„Die Vielfalt, Leben zu erfahren, zeigte mir, wie eingeengt und fixiert die jeweils eigene Wahrnehmung ist und andere Lebenszugänge ebenso berechtigt sind. … Mein Selbst-Bewusstsein ist stärker geworden. Ich kann mein bisheriges Leben so wie es ist, akzeptieren und weiß, was mir in den verbleibenden Jahren wichtig ist.“

„Es hat bewegt – es bewegt weiter – das ist Motivation. Das ein Thema in mir zu brennen beginnt und mich weiterzieht in meinem Lebensalltag. Für mich und für Mitmenschen. … Jede und jeder konnte seine Gaben einbringen und wurde geschätzt. Jedes Treffen war für mich ein persönlicher Gewinn und durch die Anregungen machte es viel Freudeweiterzulesen, weiter mit dem Thema umzugehen. Und das war ist das Besondere - in großer Weite und für mich persönlich in berührender Tiefe.“

„Es ist berührend, wie Menschen sich mit guten wohl gesetzten Impulsen auf einen für sie persönlich weiterführenden zum Teil abrundenden zum Teil aufbrechenden Weg machen. Und wie in Gruppen die Aussagen jeder einzelnen Person alle in ihrem Prozess des Älterwerdens bereichern.“

„Für mich persönlich waren die Treffen und das Arbeiten in und mit der Projektgruppe, die aus so ganz unterschiedlichen Menschen bestand, der größte Gewinn. Ich war immer wieder fasziniert von der Herangehensweise an das jeweilige Thema, der weiteren spannenden Auseinandersetzung… Was mir bei der Durchführung aufgegangen ist: es tut gut, sich nicht erst im fortgeschrittenen Alter mit diesen Lebensthemen zu beschäftigen.“

 

Neben diesen rückblickenden Gedanken gab es im Austausch auch gemeinsame Überlegungen, wie Aspekte dieses wichtigen Themas auch in der Zukunft weiter lebendig gehalten werden können, sei es durch einen spirituellen Tag oder inhaltliche Bausteine für interessierte Gruppen. Die Rückmeldungen aus der Gruppe waren so mutmachend, dass nicht nur an Folgeprojekte solcher und ähnlicher Art zu denken ist, sondern vor allem auch deutlich wurde: Wer sich für andere einsetzt und Prozesse in Gang setzt, der/die gewinnt auch für sich selbst einen solch Schatz an Erfahrungen, durch die auch das eigene Leben vielfach reicher wird.

 

Text: Marina Angladagis, Annegret Hiekisch, Klaus Pawlek, Dagmar Schweisthal, Dr. Dirk Steinfort

Fotos: Ingeborg Gatys-Gründig, Annegret Hiekisch

 

 

 

 

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