Zeugnis der Hoffnung mitten in der Welt

Wirkliche Sternstunden konnte das Dekanat Böblingen bei Veranstaltungen, die in Kooperation von Dekanat und Katholischer Erwachsenenbildung stattfanden, mit dem langjährigen Tübinger Pastoraltheologen Ottmar Fuchs erleben.

Bei einer außerordentlich gut besuchten Dekanatskonferenz am Nachmittag und dann in einem öffentlichen Vortrag am Abend umkreiste Fuchs dabei ‚die schönste Botschaft, die diese Welt hat‘ (Papst Franziskus), nämlich die Zusage der unbedingten Liebe Gottes – und die Folgen, die diese Grundlage des Glaubens für Christinnen und Christen, für unsere Gemeinde, für die Verkündigung und die Kirche hat. In jeweils dicht vorgetragenen und konzentriert verfolgten Impulsen gelang es Ottmar Fuchs, die Mitte des christlichen Glaubens als Quelle für die Hoffnung darzustellen, die uns herausfordert, durch Reden, Handeln und Leben Zeugnis in der Welt zu geben. Die erfahrungsgesättigten Beispiele und die Lebensgeschichten, von denen Fuchs erzählte, trugen ebenso dazu bei wie seine ausgewählten Zitate aus Konzilstexten und aus dem Pastoralschreiben ‚Evangelii Gaudium‘ von Papst Franziskus.

Vor allem gehe es, nach Fuchs, darum, „allen Menschen die Möglichkeit zu schenken, Liebe zu erfahren – und die Liebe Gottes größer sein zu lassen als die eigenen Unmöglichkeiten. Und dass wir selbst im Ernstfall dafür gerade stehen, dass die Grenzen der Barmherzigkeit übersprungen werden.“ Kirchliche Sakramente „dürfen daher niemals als Bedingungsinstrumente verwendet werden, sie sollten die Außenbeziehung der Kirche ermöglichen. Eine Ausgrenzung in der Kirchenpraxis ist geradezu ein Schlag ins Gesicht Gottes.“

Spätestens an dieser Stelle wurde deutlich, dass diese eher grundsätzlichen Gedanken zu ganz konkreten Folgen führen. Eine weitere Perspektive, die sich daraus ergab, galt der kirchlichen Verkündigung und vor allem auch christlicher Mission angesichts der unbedingten Liebe Gottes, die allen Menschen gelte. Mission heiße dann nicht, Menschen in unsere eigenen Bereiche hineinzuziehen, sondern von der eigenen Botschaft völlig ‚absichtslos im Blick auf den eigenen Laden‘ Zeugnis zu geben: „Kirchengrenzen sind nicht die Heilsgrenzen. Und nur die Glaubensformen werden heilsame Bedeutung haben, die als Heilszusage erfahrbar werden.“ Ottmar Fuchs bezeichnete es angesichts vieler Krisen in der Gesellschaft, zwischen Ländern, Völkern, Rassen und auch zwischen Religionen, Krisen auch in nachhaltiger Bewahrung der Schöpfung als einzige Chance der Zukunft, dass Menschen sich aus der Liebe heraus entdecken und so selbst fähig werden zur Hingabe.

ie Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen außerordentlich inspiriert auseinander. Wohl auch, weil, wie Dekan Karl Kaufmann abschließend bemerkte, auch gespürt werden konnte, wie sehr Ottmar Fuchs mit seinen Perspektiven das Motto des Dekanats Böblingen getroffen hat: der Tiefe trauen, Weite wagen.

 

Text: Dr. Dirk Steinfort

Fotos: Wolfgang Hensel, Dr. Dirk Steinfort

 

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(ak)