Zelt, nicht Burg ...

Vortragsabend mit Prof. Fulbert Steffensky

Am 18. Mai 2011 war Professor Fulbert Steffensky zu Gast im katholischen Dekanat Böblingen. Das Thema des Vortrags "Zelt, nicht Burg".

 

Die Katholische Kirche braucht in der Glaubwürdigkeitskrise neue Formen der Kommunikation über das, was in ihr grundlegend wichtig ist, aber auch über das, was auf die Zukunft hin verändert werden kann, und muss.

Die Zahl der engagierten Kirchenmenschen, die sich tiefgreifende Reformen wünschen wächst von Tag zu Tag.

Veränderung beginnt an der Basis einer Institution - Dialogbereitschaft und dann natürlich der Dialog selbst sind dabei wichtige Pfeiler im Prozess. Das katholische Dekanat Böblingen stellt sich den Fragen und Sorgen im Rahmen des dekanatseigenen Dialogprozesses "Kirche im Dialog". In dieser Vortragsreihe Professor Steffensky in Böblingen begrüßen zu können, war Dekan Karl Kaufmann eine besondere Freude.

Steffensky schrieb einmal über den Streit in der Kirche: „Im Streit kann einiges verloren gehen oder zerbrechen. Aber es besteht eigentlich eine viel größere Gefahr: Dort, wo nicht gestritten wird, dort, wo eine falsche, aber offizielle Linie durchgehalten wird, dort, wo eine formale Einigkeit auf Kosten der Wahrheit besteht, ist diese Gefahr des Zerbrechens viel größer.“

Das als Ausgangspunkt im Blick sprach Professor Steffensky über seine Thesen zur Zukunft der Kirche an diesem Abend.

Zuhörende wurden gefordert, überrascht, ermutigt

                   durch die Worte, die an diesem Abend zu hören waren. 

 

Sätze wie ...

 

Die Kirche heute ist kleiner geworden - aber doch auch konzentrierter und schöner. Noch nie waren wir so frei wie heute.

 

Wir erleben in der Kirche derzeit eine Zeit schmerzlichen Abbruchs. Aber wir dürfen gewiss sein, dass durch diesen Abbruch der Geist Christi die Kirche nicht verlässt.

 

Der Geliebte sieht seine Geliebte mit einem besonderen Glanz. Wir, die wir die Kirche in vielen Lebensjahren gelernt haben zu lieben, betrachten sie trotz allem mit einem liebendem Blick.

 

Es geht auch darum, nie mit der eigenen Deutung der Wahrheit den Respekt vor der Deutung des Anderen zu verlieren.

 

Das Amt ist von Natur her eher auf Bestandswahrung ausgelegt. Erst wenn es sieht, dass es Veränderungen nicht mehr vermeiden kann, wird es anfangen diese Veränderungen zu fördern.

 

Das, was heute in solchen Veranstaltungen geschieht, ist ein Anfang!

Weise Worte eines lebenserfahrenen Menschens!

 

 

Ich berge mich in einer Sprache, die die Toten vorgewärmt haben und das ist ein Bild für Tradition. Wir gehen in den Pantoffeln unserer Vorfahren, und das sind oft größere Schuhe als die, in denen wir gehen können. Aber wir können in ihnen gehen.

 

Wichtig ist zu spüren, wann Pantoffeln nicht mehr passen und dann nach neuen, den eigenen Füßen angepasstem Schuhwerk zu suchen.

Der Abend wurde wunderbarst musikalisch umrahmt von Marianne Aicher, Dekanatskirchenmusikerin und Johannes Vollmer.

 

Geplant, gedacht, moderiert, organisiert wurde alles liebevoll und punktgenau von dem Prozessteam "Kirche im Dialog".

 

Dr. Dirk Steinfort, Leiter der katholischen Erwachsenenbildung in Böblingen, hat die zentralen Gedanken des Vortrages zusammen getragen. Wer also nicht dabei sein konnte, hat hier eine Möglichkeit nachzulesen, was gesagt und gedacht wurde an diesem Abend.

Noch sind wir im 'Festsaal' einer zukunftsfähigen Kirche nicht angekommen,

aber ...

wir sehen schon die Lichter,

hören die Musik.

Wir gehen weiter.

 

 

Fotos: Wolfgang Hensel, Angelika Kamlage

Text: Dirk Steinfort, Angelika Kamlage

 

 

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(ak)