Gedanken zum Sonntag, 18. August 2016

 

 

 

Pfarrer Traugott Meßner, Holzgerlingen

 

„Mach endlich mal Pause!“

So heißt ein Slogan aus der Schokoladewerbung. Das soll heißen, mach Pause, um Schokolade zu essen, damit möglichst viel davon gekauft wird.

Zur Zeit ist Urlaubszeit und viele Menschen machen auch eine Pause, nicht nur eine kurze von ein paar Minuten, um einen Riegel Schokolade zu essen, sondern eine richtige, eine Woche oder zwei Wochen oder wenigstens ein paar Tage. Auch wir haben zwei Wochen Pause gemacht und waren im Urlaub in Norditalien. Und es ist so, wie beim Schokoladeessen, es tut gut, Pause zu machen. Raus zu kommen, von allem, was einen so beschäftigt, weg zu sein von allem. Das hilft, sich selber neu zu finden und zu sich selbst kommen. Es tut gut zu wissen, ich kann leben von dem, was ich getan habe, ich muss jetzt nichts tun, um leben zu können. Ich kann aus dem heraus leben, was da ist. Ich muss jetzt nicht produktiv sein, ich muss keine Leistung bringen, sondern kann tun und lassen, was ich will und was mir Spaß macht. Eine solche Pause mitten im Jahr hilft mir auch, das Jahr ein bisschen anzuhalten. Mir geht es immer so, dass vieles von dem, was im vergangenen Jahr war, in mir aufsteigt und verarbeitet werden will. Je länger ich Pause mache, desto mehr kommt in mir auf, was länger und noch länger zurückliegt. Ich finde das gut. Ich habe auch den Eindruck, dass die Zeit in der Pause etwas langsamer vorbeigeht als sonst, das Leben ist langsamer, ich fahre einen Gang zurück, die Zeit scheint manchmal sogar einen Moment still zu stehen.

„Mach mal Pause“, ist auch der Auftrag Gottes an uns. An sechs Tagen hat Gott die Welt erschaffen, am siebten ruhte er von allen seinen Werken. Er sah sie an, und sah, dass sie gut waren.

Ich denke, dazu kann uns die Pause auch dienen, dass wir uns Zeit nehmen auf das zu sehen, was war, was möglich war und auch dankbar werden für das, was gelungen ist. Wir sehen oft vor allem das, was nichts war und schief ging und bleiben daran hängen. Als Gott auf das schaute, was er geschaffen hatte, sah er, dass es gut war. Ich glaube, dazu schenkt uns Gott auch die Pausen in unserem Leben, um vor allem auch das in unserem Leben zu sehen, was gut ist, was gelingt, um eben dafür auch dankbar zu werden. Natürlich gibt es viel, wofür wir nicht dankbar sind und nicht sein können, weil so vieles im Argen liegt, Umso mehr aber glaube ich, ist es wichtig zu erkennen, wofür wir auch dankbar sein können, Gott danken, was er uns gelingen ließ und was er uns geschenkt hat. Und sei es vielleicht nur der Dank für die Pause, die uns ermöglicht wird, weil wir leben können von dem, was da ist. Dankbare Menschen sind zufrieden und glücklicher. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, das ist allein schon Grund genug, Pause zu machen. Der Wochenspruch für den 14. Sonntag nach Trinitatis lädt uns dazu ein: "Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“