Mangotage ab dem 4. Mai 2017

 

 

Die Mangotage waren schon immer aufregend, aber in diesem Jahr war es besonders spannend.
Eigentlich war alles gut besprochen und organisiert, aber kurzfristig sagte die Fluggesellschaft ab, es war ihr zu wenig zu transportierende Masse. Schnell musste ein neuer Weg gefunden werden – die neue Lösung war der Transport über Ghana und Belgien nach Sindelfingen. Maimouna Ouedraogo, unsere neue Projektbeauftragte in Burkina Faso, fuhr schon nach Accra in Ghana vor, als eine neue Nachricht eintraf: starke Regenfälle haben den Transport der geernteten Mangos in Burkina Faso behindert, zwei LKW´s sind stecken geblieben, nur einer hat das geplante Flugzeug erreicht. Das Eintreffen der Mangos in Sindelfingen musste um zwei Tage verschoben werden. Nun wurde die Verkaufszeit immer knapper – angedacht und bereits beworben waren 3 Tage, jetzt blieben uns nur noch 2. Das Vorbereitungsteam hatte sich daraufhin entschieden, zu versuchen, die Mangos bereits am Anlieferungstag auszugeben. Es war ein Wagnis, das aber zum Glück aufging: der erste LKW kam um 9 Uhr auf dem Gelände der Spedition Derichsweiler ein und ab dann konnten die Zollformalitäten und die Konformitätsprüfung nach EU-Richtlinien beginnen. Die Bearbeitung dauerte allerdings sehr lange, erst um 15.45 Uhr erhielten wir die Freigabe vom Zoll. So konnten alle aufatmen und die ersten Mangos wurden nach der Eröffnung um 16 Uhr verteilt und verkauft.

Der Verkauf vor Ort hat begonnen, sind auch Sie dabei und kaufen Mangos für den guten Zweck der Schulbildung in Burkina Faso.

Freitag 5. Mai findet auch ein Lagerverkauf bei der Spedition Derichsweiler, Kolumbusstraße 13 in Sindelfingen statt. Solange Vorrat reicht.

 

Zum Ablauf und Hintergrund der Mangotage

Schulküche

Die Mangotage sind eine gemeinsame Aktion des evangelischen Kirchenbezirks Böblingen und der evangelischen Kirchen in Burkina Faso. Die erste Mangoaktion fand 1989 statt.

Dieses Jahr erhalten wir 86.000 Mangos aus Burkina Faso. Das ODE (Office de Developpement des Eglises Evangeliques - das Entwicklungshilfebüro der Evangelischen Kirchen in Burkina Faso) ist verantwortlich für den Ankauf der Mangos und den Transport bis nach Sindelfingen. Das Haus der Begegnung und das Evangelische Jugendwerk im Kirchenbezirk Böblingen organisieren hier vor Ort die Durchführung der Mangotage, wie z.B. die Verzollung der Mangos, die Bestellung der Konformitätsprüfung, die Aufteilung und Ausgabe der Mangos auf die bestellten Kontingente etc.

Wir sind sehr dankbar über die vielfältige Unterstützung, die wir haben:
- die Spedition Derichsweiler in Sindelfingen stellt uns für eine ganze Woche große Teile Ihres Geländes zur Verfügung, Fahrzeuge und Gabelstapler können wir umsonst benutzen
- Messners Bauernladen in Maichingen unterstützt die Mangotage auch schon seit Jahren und stellt uns Rollis und sein Kühlhaus zur Verfügung. Dort können Sie auch Mangos kaufen!

Schulspeisung

Am 3. Mai um 16 Uhr eröffnen wir die Mangotage auf dem Gelände der Spedition Derichsweiler, Mangos zum Weiterverkauf können ab dann abgeholt werden. Von 16.15 bis 18.30 Uhr bieten wir dort einen Lagerverkauf an.

Ab dem 4. Mai finden in allen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Mangoaktionen statt. Verkauft werden die Mangos von vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Kirchengemeinden, den Weltläden und an vielen öffentlichen Stellen.

Von den Einnahmen aller Verkäufe werden die Kosten für Flug, Transport mit den LKW´s in Europa, Kühlhaus in Luxemburg, Ankauf der Mangos von Mangobauern, Kartons und Paletten, Pflanzenschutzpapiere, Einfuhrumsatzsteuer abgezogen. Übrig bleibt ein Erlös von ca. 180.000 Euro.

Finanziert werden von diesem Erlös in evangelischen Grundschulen in Burkina Faso:
- jeden Tag 3500 Mittagessen in 11 Schulküchen
- Jahresgehälter für 68 Lehrerinnen und Lehrer

Schulspeisung

Der Staat in Burkina Faso hatte 1988 beschlossen, die konfessionellen Schulen nicht mehr finanziell zu unterstützen, seitdem müssen diese sich selbst finanzieren. Damals waren es vor allem Schulen auf dem Land, wo die Menschen kaum in der Lage waren, Schulgeld zu bezahlen. Unsere Partner baten uns um Hilfe und die Mangoaktionen entstanden. So konnte diese finanzielle Lücke geschlossen werden und die Schulen erhalten bleiben. Die evangelische Kirche in Burkina Faso gründet aber auch immer wieder neue Schulen, um möglichst vielen Kindern einen Schulplatz zu ermöglichen. Auch diese Schulen müssen sich selbst finanzieren, sich um die Infrastruktur und den Unterhalt der Schule kümmern. Jede neugebaute Schule muss für die Betriebskosten selbst aufkommen. In der Regel werden die Gehälter der Lehrerinnen und Lehrer über das Schulgeld abgesichert. Aber wenn die Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können, wird dieses von der Kirche vervollständigt.

Lehrerinnen und Lehrer

Die Kinder profitieren unmittelbar davon, wenn ihre Lehrerinnen und Lehrer motiviert sind und wirklich wollen, dass die Kinder etwas lernen. Ein gesichertes Jahreseinkommen trägt wesentlich zu dieser Motivation bei.

In einem Land wie Burkina Faso, in dem die Ernährungssicherung der Bevölkerung als oberstes Ziel steht, sind Schulspeisungen wichtig und notwendig. Allein schon das regelmäßige Essen bietet einen Anreiz, überhaupt in die Schule zu kommen und ohne Hunger dort den Unterricht bis zum Nachmittag miterleben zu können.

Die evangelischen Schulen sind für alle Religionen offen, häufig ist es so, dass nur 10% der Kinder in einer Schule evangelisch sind. Durch die kleineren Klassen ist die Qualität besser als in den staatlichen Schulen, ein Schwerpunkt wird auf die Bildung von Werten gelegt.

Für den evangelischen Glauben gehören Glaube und Bildung seit jeher zusammen. Auch der Artikel 26 der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen besagt, dass jeder Mensch das Recht auf Bildung hat und der Grundschulunterricht obligatorisch sein sollte.

Und noch eine Gruppe profitiert von den Mangotagen: die Mangobauern. Sie haben dadurch die Möglichkeit, ihre Früchte zu verkaufen, was sonst gar nicht so einfach in Burkina Faso ist. Sie erhalten für die nicht gespritzten Früchte einen handelsüblichen Preis.

Die evangelischen Kirchen in Burkina Faso betonen jedes Jahr aufs Neue, wie dankbar sie für unsere Treue sind. Nur eine beständige und verlässliche Finanzierung der Schulen durch die Mangotage ermöglicht ihnen qualitätsvolles Arbeiten.
Und Bildung ist der Schlüssel zu aller Weiterentwicklung in Burkina Faso.

Koordinationsbüro Mangotage:
Haus der Begegnung, Berliner Str. 39, 71034 Böblingen
Tel. 07031 / 2243 06   hdb-bbdontospamme@gowaway.kirchebb.de

Arbeitsunterlagen für die Mangotage finden Sie im
Download-Center

Von Ibrahim und Awa
Zwei Kinder in Burkina Faso 

Information zu den Aktivitäten unserer Partnerschaft mit Burkina Faso finden Sie hier:
BF Partnerschaftsaktivitäten - Übersicht