Bericht über die Synode des Ev. Kirchenbezirks Böblingen am Samstag, 18. November 2017 von 8:30 bis 12:45 in Ehningen

Reduzierung von Pfarrstellen im Ev. Kirchenbezirk Böblingen
„Pfarrplan 2024: Keiner will ihn, trotzdem müssen wir einen Vorschlag erarbeiten.“, so brachte Dekan Liebendörfer das Dilemma der Synode des Ev. Kirchenbezirks Böblingen auf den Punkt. Sie fand am Samstagvormittag, 18. November in Ev. Gemeindehaus in Ehningen statt.
Der „Pfarrplan 2024“ vollzieht die Streichung von 13% der Pfarrstellen in der Ev. Landeskirche in Württemberg, die bis zum 31.12.2024 umgesetzt und am 17.03.2018 beschlossen werden soll. Im Kirchenbezirk Böblingen fallen demnach 4,5 Stellen weg, nur welche?
Ein Sonderausschuss war vor einem halben Jahr zu Erarbeitung von Vorschlägen eingesetzt worden. Im Juni gab es ein Bezirksforum zur Diskussion der Vorschläge. Zwei Alternativen wurden nun vorgestellt, die aber noch der detaillierten Ausarbeitung bedürfen. Vorgesehen sind die Streichung jeweils einer halben Stelle in Holzgerlingen, Ehningen und Magstadt und von jeweils zwei halben Stellen in Böblingen und Sindelfingen.
Strittig ist ob für die verbleibende eine zu streichende Pfarrstelle jeweils eine weitere halbe Stelle in Maichingen und Sindelfingen wegfallen oder anstelle dieser die Pfarrstelle der Betriebsseelsorge in eine Sozialdiakonenstelle umgewandelt wird.
Die beiden Modelle wurden von Vertretern der Kirchengemeinden kontrovers diskutiert. Schuldekanin Ursula Ripp-Hilt forderte die Zusammenarbeit von Kirchengemeinden in überschaubaren Verbünden, in denen die Pfarrerinnen und Pfarrer Schwerpunkte bilden und sich gegenseitig unterstützen. Kirchengemeinderat Günther Zwick aus Aidlingen betonte die Bedeutung des Pfarrers am Ort und Kirchengemeinderat Jochen Rathke aus Ehningen mahnte an nicht nur Pfarrstellen zu streichen, sondern weitere unterstützende Strukturen für die Kirche der Zukunft zu entwickeln.

Arbeit der Betriebsseelsorge
Zuvor hatte der amtierende Betriebsseelsorger Pfarrer Andreas Hiller seine Arbeit überzeugend vorgestellt. Er ist in Kontakt mit Menschen der Arbeitswelt, die von den Kirchengemeinden kaum erreicht werden. Für Betriebs- und Personalräte wie auch Gewerkschaftsvertreter ist er kirchlicher Ansprechpartner.

Bezirkshaushalt 2018
Die Kirchenbezirkssynode bot den 65 Delegierten der Kirchengemeinden auch Erfreuliches. Neben der Verabschiedung des Bezirkshaushaltes für das Jahr 2018, den Bezirksrechner Thomas Nagel vorstellte, konnte die neue Leiterin der Kirchlichen Verwaltungsstelle Cornelia Reinhardt von geplanten 495.000€ Sonderzuweisungen aus Kirchensteuermitteln berichten, die an die Gemeinden mit ca. 8€ pro Gemeindelied weitergeleitet werden.

Prädikantenamt
Zu Beginn hatte Dekan Liebendörfer eine Prädikantin und acht Prädikanten für weitere 6 Jahre beauftragen können. Alle neun waren bereits die Jahre zuvor mit dem ehrenamtlichen Dienst der Verkündigung in Gottesdiensten tätig. Ein Geschenk erhielt Gerhard Proß für 25 Jahre Prädikantendienst.


Im Prädikantendienst für weitere 6 Jahre beauftragt (im Bild von links):
Gudrun Jauß, Eberhard Lange, Dr. Norbert Lurz, Norbert Nikolai, Gerhard Proß
Martin Reisüber, Jürgen Strate, Rainer Thost, Walter Wagner

Der Vorsitzende Arnd Rehn bedankte sich abschließend bei den Bezirkssynodalen für den konstruktiven Dialog.

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Pfarrer Dieter Heugel
Pressebeauftragter im evang. Kirchenbezirk Böblingen