Bezirkssynode Frühjahr 2018

 

Schmerzlich Schrumpfen und aktiv Zusammenwachsen

Die Synode des Ev. Kirchenbezirks Böblingen hatte auf ihrer Frühjahrstagung am Samstag, 17. März 2018 im Haus der Begegnung in Waldenbuch zu entscheiden welche Pfarrstellen bis 2024 wegfallen. Von der Landeskirche war der Umfang von 4,5 zu streichenden Stellen vorgegeben. Die Bezirkssynode entschied nun welche.
Arnd Rehn aus Altdorf, Vorsitzender der Bezirkssynode, sprach von einem schmerzlichen Beschluss, den keiner der Anwesenden wollte, der aber nun zu treffen ist. Georg List, Pfarrer von Waldenbuch, ermutigte die Veränderungsprozesse aktiv anzugehen: „Nicht einzeln schrumpfen wir, sondern zusammen. Wir wachsen dadurch mehr zusammen.“

In einem einjährigen Konsultationsprozess waren nun zwei alternative Vorschläge entwickelt worden. Bis auf eine Stelle konnte Einvernehmen erzielt werden. Kontrovers diskutierte die Synode, ob die Betriebsseelsorge über 2024 hinaus eine Pfarrstelle bleibt, oder ob sie dann mit einem Sozialdiakon besetzt wird. Nach ausführlicher Debatte in der die Bedeutung der Präsenz in der Arbeitswelt durch die Betriebsseelsorge von allen betont wurde, wurde geheim abgestimmt. Dekan Bernd Liebendörfer gab das Ergebnis bekannt: 35 Stimmen für die Weiterführung als Pfarrstelle und 39 Stimmen für die künftige Besetzung mit einem Sozialdiakon. Diese Stelle wird nun vom Kirchenbezirk zu finanzieren sein.
Beschlossen wurde darüber hinaus eine Kürzung in Böblingen von 100% auf 50% (Martin-Luther-Süd) sowie der Wegfall von 50%- Stellen in Böblingen (Paul-Gerhard-Süd), Sindelfingen (Nikodemuskirche und Martinskirche West), Holzgerlingen, Magstadt und Ehningen.

Die zurückgehende Anzahl der evangelischen Gemeindeglieder sind der Hauptgrund der Kürzungen in der ganzen Ev. Kirche in Württemberg. Dazu kommt in den nächsten Jahren eine Pensionierungswelle unter den Pfarrerinnen und Pfarrern, für die nicht genügend Vikarinnen und Vikaren nachrücken. Der Pfarrplan 2024 benennt wieviele Pfarrstellen im Jahr 2024 vorhanden sein werden.

Zu Beginn der Synode hatte Dekan Liebendörfer Ursula Wagner aus dem Prädikantendienst verabschiedet.

Im Schlussteil führte er ein Interview mit Pfarrer Hohl, dem Geschäftsführer des Ev. Landesverbandes der Kindertagesstätten in Württemberg. Georg Hohl betonte die Chance der ev. Kindergartenarbeit für die Mitgestaltung der Gesellschaft von heute und morgen. Im Kirchenbezirk Böblingen gibt es in landeskirchlichen Vergleich wenig ev. Kindergärten. Er dankte den Kirchengemeinden Maichingen, Döffingen und Schönaich, die jeweils Träger zahlreicher ev. Kitagruppen sind, als Zentren der Kindergartenarbeit im Kirchenbezirk Böblingen, und auch den kleinen Trägern mit jeweils nur einer Gruppe in Sindelfingen und Böblingen.

Für die Entlastung der Pfarrämter und Kirchengemeinden sollen Modelle der Zusammenarbeit oder Übernahme der Verwaltung durch den Diakonieverband geprüft werden.

Pfarrer Dieter Heugel