Frühjahrssynode am 24. März 2017 in Maichingen

"Es wird hart!"

Die Synode des Ev. Kirchenbezirks Böblingen tagte am 24. März 2017 in Maichingen. Sie hatte drei Schwerpunkte: den Visitationsbericht von Prälat Rose, die Neubesetzung des Bezirksrechners und die Kürzungszahlen des Pfarrplans 2024.

„Es wird hart“, sagte Dekan Bernd Liebendörfer und bezog sich auf die von der Landesynode beschlossene Zahl von 4,5 Stellen, die im Kirchenbezirk Böblingen bis 2024 gestrichen werden sollen. Er sieht dies als Herausforderung für die Gemeinden sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer. Strukturen müssen verändert werden und die Arbeitsfelder der Pfarrerinnen und Pfarrer angepasst. Der von der Synode bereits letzten Herbst eingesetzte Pfarrplansonderausschuss trifft sich am 27. April und 1. Juni. Am Vormittag des 8. Juli wird zu einem offenen Bezirksforum eingeladen. In einem Jahr, im März 2018, soll die Bezirkssynode dem Oberkirchenrat einen Vorschlag vorlegen, welche Pfarrstellen wegfallen. In der Diskussion gab es große Bedenken gegen den Weg von weiteren Pfarrstellenstreichungen, den die Landeskirche als alternativlos darstellt. „Wir arbeiten jetzt schon am Limit“, sagte ein Pfarrer und erhielt allgemeine Zustimmung. Die Zahl der Gemeindemitglieder ist kontinuierlich am schrumpfen, wurde als Hauptgrund angegeben. Zudem gehen in den nächsten 13 Jahren die geburtenstarken Jahrgänge der Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand und die nachrückenden Neuordinierten werden deutlich weniger sein, da die Anzahl der Theologiestudenten nicht höher ist.

Nach 35 Dienstjahren geht Jürgen Kirchner im Juli als Kirchenpfleger von Böblingen und auch als Bezirksrechner des Kirchenbezirks in den Ruhestand. Auf den Bezirkssynoden schrieb er seit vielen Jahren das Protokoll. Mit großer Mehrheit wurde Thomas Nagel als dessen Nachfolger gewählt.

Prälat Christian Rose

Eindrücke aus seiner Visitation des Kirchenbezirks gab Prälat Christian Rose zu Beginn wieder. Dabei wurden auch die Milieus genauer angeschaut. Die Zahl der Menschen, die dem traditionellen und konservativ-etablierten Milieu angehören, hat stark abgenommen und sinkt weiter. Im Kreis Böblingen gibt es einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Menschen mit Erlebnisorientierung und Selbstgestaltungswille. Rose schaute lobend auf die Jugendarbeit, die Erwachsenenbildung, die Betriebs- und Klinikseelsorge, die Diakonie, die Partnerschaft mit Burkina Faso und die Kindergartenarbeit. Er hob die neuen Veranstaltungsformate hervor, die Petra Waschner als Erwachsenbildungsreferentin initiiert hat. Und er sprach beeindruckt von dem besonderen Schatz der zahlreichen Diakonenstellen in der Jugendarbeit, die durch großzügige Zuschüsse der Städte Sindelfingen und Böblingen möglich sind, sowie durch spendenfinanzierte Stellen in einigen anderen Gemeinden.
Prälat Rose rief abschließend dazu auf, den Pfarrplan zum Anlass zu nehmen in den Distrikten und Regionen mehr zusammenzuarbeiten und weiterhin das Evangelium in Wort und Tat und Tönen weiterzugeben.

Pfarrer Dieter Heugel
Pressebeauftragter im evang. Kirchenbezirk Böblingen