Frühjahrssynode 2016

Bericht von Pfarrer Dieter Heugel, Pressebeauftragter im Evang. Kirchenbezirk Böblingen

„Liebe, die keinen Unterschied macht“
Flüchtlinge, Sonntagessen für Bedürftige und Religionsunterricht waren die Hauptthemen für die 78 Delegierten aus den evangelischen Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Böblingen am Samstag, 12. März in Altdorf.
Das notwendige Engagement in allen drei Bereichen wurde als wesentliche Aufgabe kirchlichen Handelns eingefordert.

Über die Situation der Unterbringung der Flüchtlinge im Landkreis Böblingen informierte Alfred Schmid als Sozialdezernent des Landkreises.
Die unbefriedigende Unterbringung in Sporthallen soll so schnell als möglich durch andere Unterkünfte ersetzt werden. Dort versursachten die Rahmenbedingungen Konflikte, nicht die Menschen. Für das Gelingen der Integration ist er optimistisch und bat die Kirchen um weitere anhaltende Unterstützung. Die Kinder sprechen nach einem halben Jahr im Kindergarten deutsch und für junge Leute gibt es bereits jetzt Ausbildungsplätze. Noch nie gab es ein so großes ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge wie in diesen Tagen, betonte er.

Manfred Ruckh koordiniert seit 13 Jahren ehrenamtlich das Sonntagsessen für Bedürftige im Haus der Diakonie in der Landhausstraße.

Von Oktober bis Mai finden sich sonntäglich 20-25 Menschen ein, denen das warme Mittagessen mit dem anschließenden Kaffee und Kuchen eine Wohltat in Armut und Verschuldung ist, berichtete er. Seit 21 Jahren wechseln sich über 20 Teams aus den Kirchengemeinden des Kirchenbezirks von Magstadt über Böblingen bis Waldenbuch mit Kochen und Bedienung ab. Ruckh zitierte Navid Kermani: „Die Kirche muss erkennbar sein an einer Lebenshaltung der Liebe, nämlich an der Liebe, die keinen Unterschied macht!“

„Das Angebot des Religionsunterrichts ist gelebte Religionsfreiheit und muss durch den Staat ermöglicht werden“. Schuldekanin Ursula Ripp-Hilt erinnerte an dieses fundamentale Verständnis, dass im deutschen Grundgesetz und der baden-württembergischen Landesverfassung als Lehre aus der Geschichte verankert wurde. Sie präsentierte Zahlen über den weiterhin vorhandenen großen Zuspruch am evangelischen Religionsunterricht, obwohl die Zahl der getauften Schüler zurückgehe. Ausdrücklich begrüßte sie die Erweiterung der konfessionellen Zusammenarbeit mit dem katholischen Religionsunterricht und die Einführung des islamischen Religionsunterrichtes an mehreren Schulen im Landkreis Böblingen. Das Verständnis füreinander wachse dadurch auf allen Seiten.


Dekan Bernd Liebendörfer beschloss die Frühjahrssynode des Kirchenbezirks mit dem Ausblick auf die Bezirksvisitation durch Prälat Rose ab Herbst 2016 und das Reformationsjubiläum im Jahr 2017.