Am Samstag, 23. September 2017 hatte der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) zum jährlichen Bezirksnachmittag mit den Kontaktfrauen in das Evang. Gemeindehaus Darmsheim eingeladen. Hauptereignisse waren hier die Neuwahl für den BAF und ein Solotheater von Monika Bugala zum Leben der Katharina von Bora.

Fotos: Bärbel Schmidt, Magstadt     Bericht: Gerlinde Feine, Böblingen

An Katharinas Tafel und in ihrer Welt
Bezirksfrauentreffen mit Solotheater – Neuwahlen und Verabschiedung

Eine Frau tritt aus der Tür und verlässt damit zugleich den Rahmen des Üblichen. So wird Katharina von Bora in Wittenberg dargestellt, und mit diesem Bild eröffnete Monika Bugala ihren Beitrag über die Frau des Reformators Martin Luther beim Bezirksfrauennachmittag am vergangenen Samstag (23.09.2017) im Evangelischen Gemeindehaus in Darmsheim.

Bugala, Musikpädagogin und engagierte Kirchenfrau aus Vöhringen, zeichnete zunächst ein Lebensbild Katharinas, deren Lebensweg als Tochter eines verarmten Adeligen vorgezeichnet schien. Als Nonne und Siechenmeisterin, das heißt verantwortlich für die Kranken und die Apotheke in ihrem Kloster, lebte sie in Nimbschen, bis die Schriften Martin Luthers den Drang nach Freiheit so groß werden ließen, dass sie mit einigen Mitschwestern die Flucht nach Wittenberg wagte. Sie war es, die dem Reformator die Ehe vorschlug („ich würde ihn nehmen“) und zu ihm ins Schwarze Kloster zog, das sich unter ihrer Leitung in einen florierenden Gutshof mit Studentenwohnheim und vielen Tischgästen verwandelte.

Sechs Kinder, von denen zwei früh starben, waren dem Paar geschenkt, das mit der Zeit seiner Liebe immer sicherer wurde. Katharina von Bora ist ein großer Einfluß auf die Arbeit und das Denken Luthers in der Zeit der Konsolidierung der Reformation zuzuschreiben. Dennoch kennt man wenige Originaltexte von ihr. Christine Brückner hat ihr deshalb eine im doppelten Sinn „ungehaltene“ Tischrede auf den Leib geschrieben, die von Bugala szenisch gekonnt und begeisternd als Solotheater umgesetzt wurde. Sie nahm die etwa vierzig Frauen im Gemeindehaus mit an Katharinas Tafel und in ihre Gedankenwelt, wofür ihr langanhaltender Applaus dankte.

Zuvor hatte Irene Howoritsch, Vorsitzende des Bezirksarbeitskreises Frauen (BAF) im Kirchenbezirk Böblingen, einen Jahresbericht abgelegt und zu Neuwahlen des Leitungsteams angeleitet. Von den Kontaktfrauen wiedergewählt wurden neben Howoritsch, die aus Weil im Schönbuch kommt, Doris Streibig (Böblingen), Irma Oechsle (Sindelfingen), Hanne Baisch (Darmsheim) und die Böblinger Pfarrerin Gerlinde Feine als Vertreterin des Theologinnenkonvents. Von der Bezirkssynode in den BAF delegiert sind Ingrid Balzer (Sindelfingen) und Gudrun Seidenspinner (Böblingen).

Christina Heugel (Magstadt) legte mit dem Wahltag ihr Amt im BAF nieder. Die Theologin hatte in den vergangenen zehn Jahren unter anderem Frauenarbeit im Leitungskreis Erwachsenenbildung vertreten und neue Formate, Ausflüge und Vorträge auf Bezirksebene verantwortet. Mit großem Dank und guten Wünschen für die neuen Aufgaben, die nun ihre Aufmerksamkeit beanspruchen werden, wurde sie vom Team und den anwesenden Frauen verabschiedet.

Der Bezirksarbeitskreis Frauen koordiniert die Evangelische Frauenarbeit im Kirchenbezirk Böblingen. Er organisiert Veranstaltungen, vermittelt Referentinnen und leitet Fortbildungen für Multiplikatorinnen. Die Verantwortlichen werden jeweils für drei Jahre von den Kontaktfrauen der Kirchengemeinden gewählt.