St. Johannes Baptist (Hl. Johannes der Täufer)

Die Katholische Kirche in Weil im Schönbuch

Die Kirche wurde am Fest des Kirchenpatrons, dem Johannistag (24. Juni) 1962 geweiht. Architekt war Wilhelm Frank aus Herrenberg. Die Weihe an Johannes den Täufer soll die Gemeinde zu prophetischer Klarheit mahnen, und vielleicht an den Rottenburger Bischof Dr. Johannes Baptista Sproll erinnern, der im Dritten Reich verfolgt wurde. Das angebaute Gemeindehaus, das 1974 eingeweiht wurde, trägt den Familiennamen des Konzilspapstes Johannes XXIII (Giuseppe Roncalli).
 
Foto: Juan Villarroya
 
Den Innenraum beherrscht ein großes und bedeutendes Glasbetonfenster in der Südwand von Wilhelm Luib aus Ulm. Dieses enthält Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament. Man erkennt von rechts nach links: Sonne und Mond als Lichter am Himmelsgewölbe, Noahs Arche und den Regenbogen nach der Sintflut, die Gesetzestafeln vom Sinai, Nomadenzelte vom Zug Israels durch die Wüste, Anspielungen auf die Zerstörung Jerusalems 587 v. Chr., dann – im letzten kürzeren Feld - den Kirchenpatron Johannes den Täufer, der auf die Taube des Geistes und das apokalyptische Lamm weist. Den Beschluss macht das zwölftorige himmlische Jerusalem.

2000/2001 wurde die Kirche renoviert und umgestaltet. Dabei gab man die ursprüngliche „Orientierung“ nach Osten auf.  Nun sind die Sitze gruppiert auf drei Seiten des Altars, der auf gleicher Höhe wie die Sitzgruppen steht. Das erwähnte Südfenster wirkt als Altarrückwand und  ist von allen Plätzen aus gut sichtbar. Diese Raumanordnung entspricht dem Gemeinde- verständnis des II. Vatikanischen Konzils; die Liturgie-Konstitution „Sacrosanctum Concilium“ von 1963 definiert Gemeinde als Mahlgemeinschaft. 

Der Kirchenpatron Johannes der Täufer taufte am Jordan. Zum Gedenken daran gestaltete Hubert Kaltenmark aus Kressbronn (Bodensee) bei der letzten Renovierung den Altar, den Ambo (das Lesepult), 
den Taufstein und den Träger für das Tabernakel aus vier mächtigen Flusssteinen, die aus dem Oberlauf des Inn geborgen wurden. Die Weihe des neuen Altars 2001 durch Bischof Dr. Gebhard Fürst erfolgte wieder am Patroziniumsfest, dem Johannistag (24. Juni).
 
 
der Altar (Ausschnitt aus dem oberen Bild)

An der Ostwand des Innenraums steht seit März 2004 die Orgel (Gerhard Lenter). Ein handgeschmiedetes Kreuz, das ursprünglich an dieser Ostwand befestigt war, ist jetzt außen über dem Eingang angebracht.

[GBt]

Die Kirche ist geöffnet:
Täglich 8 – 19 Uhr 
Postanschrift:
Furtbrunnen 6, 
71093 Weil im Schönbuch
Telefon: +49 7157 531713
Literatur: 
- Kirchenführer
- Kath. Kirche St. Johannes Baptist Weil im Schönbuch. Festschrift zur Altarweihe am 24.06.01. Herausgeber: Katholische Kirchengemeinde Weil i. Schönbuch