Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer

 

 

Die Vorgeschichte

Bereits 1901 ist an der Bahnhofstraße eine Johannes dem Täufer geweihte Holzkirche entstanden. Dem Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen nach 1945 war diese Kirche jedoch nicht gewachsen. Daher wurde von 1948 – 1951 im Distelfeld eine große dreischiffige Hallenkirche im Basilika-Stil erbaut, unter großer Opferbereitschaft Einzelner und Gruppierungen der größer gewordenen Gemeinde.

 

 

 

Die Einweihung

Am 24. Juni 1951 erfolgte die Weihe der Kirche durch den Bischof. In den darauf folgenden Jahren wurde die Kirche ergänzt mit Kreuzweg, Heizung, Orgel und dem 44 m hohen Turm mit 6 Glocken.


Namensgebung

Bereits vor der Reformation trug die die Leonberger Stadtkirche den Namen „Johannes der Täufer“. Das kleine Holzkirchlein beim Bahnhof griff diesen Namen wieder auf und auch die neue Kirche hieß, wenn die Chronik der Gemeinde zutrifft, mit vollem Namen „St. Johannes Baptista und unserer Lieben Frau“.

 

Renovierungen

Zu den vom 2. Vatikanischen Konzil verabschiedeten Beschlüssen gehörte auch die Entscheidung, die Gläubigen stärker an der liturgischen Feier zu beteiligen. Der Bildhauer Gerhard Tagwerker führte in diesem Sinne 1974 und 1975 große Veränderungen im Chorraum der Kirche durch: Altar, Ambo, Sedilien und Tabernakel wurden neu gestaltet und neu platziert.


Durch eine großzügige Spende ermöglicht, erfolgte 2004 und 2005 eine grundlegende Renovierung und Umgestaltung der Kirche. Der Künstler Matthias Eder sah, zusammen mit den Architekten Odilo Reutter und Dietmar Schneck, die Absenkung des Chorraums, das Vorziehen des Altars in das Mittelschiff hinein und das Anheben des Platzes vor der Kirche auf das Niveau des Kircheninnenraumes vor. Außen- und Innenraum der Kirche sind durch einen „Lebensweg“ miteinander verbunden, der aus 13 „Spurenorten“ besteht, die auf das menschlichen Leben und den Glauben Bezug nehmen. Er beginnt mit dem Quellbrunnen auf dem Vorplatz und endet im Zentrum des Chorraums mit einer 7,50 m hohen Auferstehungsstele. Am 11. Dezember 2005 erfolgte die Altarweihe. Ein Raum der Stille in der früheren Taufkapelle bietet Gelegenheit für Gebete und seelsorgerliche Gespräche. Großen Zuspruch findet auch die neu gestaltete Marienkapelle, die kobaltblau, der Symbolfarbe Mariens, ausgemalt ist.

 

Orgel

Nachdem die Orgel in der Mitte der 90-er Jahre buchstäblich „aus den letzten Löchern pfiff“, wurde 1995 ein Orgelbauförderverein gegründet mit dem Ziel, Geldmittel für ein neues Instrument aufzutreiben. Viele kleine und große Spenden ermöglichten es, dass von der ortsansässigen Werkstätte für Orgelbau Mühleisen in die renovierte Kirche eine neue, 50 Register umfassende Orgel mit französisch-romantischer Ausrichtung eingebaut werden konnte. Sie wurde am 24. Juni 2007 eingeweiht und hat seither in den Gottesdiensten sowie bei zahlreichen Konzerten Zuhörer und Organisten begeistert.

 

Fotos: 0-3 St. Johannes d.T./Leonberg, 4-10 Rudolf Kohler
Text: Rudolf Kohler, Richard Pahl