Katholische Kirche St. Antonius

Herrenberg-Kuppingen

 

Kreuzweg- und Taufkapellenfenster von Prof. Albert Birkle

Der Architekt Martin Schilling und sein Sohn, beide aus Rottenburg am Neckar, erbauten 1958 die St. Antoniuskirche in Kuppingen. Die Grundsteinlegung erfolgte im Jahr 1957.
Bereits 1933 hatte Martin Schilling mit seinem Partner Architekt Hans Lüdkemeier, die St. Josefskirche in Herrenberg gebaut. So lag es Nahe, Professor Albert Birkle aus Salzburg, mit zwei Kunstwerken, nämlich mit dem Kreuzweg und einem Taufkapellenfenster, zu beauftragen. 
Professor Albert Birkle, der bereits mit seinem Erstwerk "Christus in der Glorie des himmlischen Jerusalem" in der St. Josefskirche in Herrenberg ein Kunstwerk schuf, das richtungsgebende Bedeutung in der Kunstszene in der damaligen Zeit hatte, war für die Architekten kein Unbekannter. Albert Birkle hatte sich in der Zwischenzeit als bedeutender Glasfenstermaler und Gestalter von Kirchenräumen, auch international, einen Namen gemacht. 
1957 weilte er in Herrenberg zur Restaurierung des Chorfensters in St. Josef. 1958, fertigte er die Fenster in St Antonius, in der Glasmalerei Derix, in Rottweil.
Professor Birkle, aus einer schwäbischen Familie stammend und zuletzt in Salzburg lebend, schuf eine Folge farbiger Glasfenster mit großer theologischer Tiefe, die in den Bildern zum Ausdruck kommt. 
Ein solches Werk war nur einem Künstler möglich, der tief verwurzelt im Glauben lebte und sich für das Wahrhaftige im Kunstwerk und speziell in der Kirchenkunst verantwortlich fühlte.
Mit dem Kreuzweg, mit seinen 14 Glasfenstern in der Größe von jeweils 0,70 auf 0,90 Meter sowie mit dem Taufkapellenfenster in Dalle-Glas, in der Größe von 2.70 Meter auf 2.00 Meter sind ihm Meisterwerke mit großer theologischer Ausdruckskraft gelungen.
Weitere Kunstwerke in der Kirche
Erst viel später, ein Auferstehungsfenster war nicht vorhanden, wurde in der Apsis ein Altarmosaik mit dem auferstandenen Christus und mit der Darstellung zeitgenössischer Glaubenszeugen, nämlich von Mutter Teresa von Kalkutta, Bischof Georg Moser und Dom Helder Camaro, ein Werk des Künstlers Otto Habel, Leinfelden, und vom Steinbildhauer Paul Dittus, Affstätt, ausgeführt.
4. Kreuzwegstation
Jesus begegnet seiner Mutter
"Die Mutter steht am Weg, den der Sohn mit seinem schweren Kreuz geht. Ihre Blicke begegnen sich. Sie erkennt seine Qual und trägt alles Leid mit ihm."
St. Antonius, Herrenberg - Kuppingen
Taufkapellenfenster
4. Kreuzwegstation
Bildbetrachtung
An einer Straßenecke wird sie auf ihn gewartet haben. Jetzt tritt sie an ihn heran. Ihre Blicke begegnen sich. Sie sprechen nichts. Sie sind eins in ihrem Schmerz.Der rote Punkt und die Träne im Gesicht symbolisieren den Schmerz, den die Mutter erleidet, und der ihr durch den greisen Simeon im Tempel geweissagt wurde. „Dich aber wird der Kummer um dein Kind wie ein scharfes Schwert durchbohren“. (Lk.2,35) Sie sind miteinander ganz allein, allein in der Welt, trotz des wüsten Gedränges ringsum. Auge in Auge, Herz in Herzen. 

Man ist versucht die Szene in der vierten Station so zu deuten, dass sie ihn auffängt in all seinem Leid, sie trägt alles Leid mit ihm. Aber es ist Christus der sie auffängt, der sich ihr zuwendet, der sich löst von dem übermächtigen Kreuz, das schwer über ihn ruht, aber keine Gewalt über ihn hat. Dieser Augenblick gilt ganz seiner Mutter, die er durch seine Zuwendung in ihrem Schmerz tröstet. Sein Blick und seine Handhaltung vermitteln dies. Aber sein Blick sagt auch: „Mutter, es muss sein. Mein Vater will es“. Und die Mutter willigt ein in das Geschehen.

 
Anordnung der Kreuzweg-Fenster
 
Anmeldungen zur Besichtigung: 
Kath. Pfarramt St. Antonius-Kuppingen 
Zwerchweg 9, 71083 Herrenberg
Sekretariat:  Tel. 07032 - 31982
Die St.Antonius-Kirche befindet sich im Ortsteil Kuppingen von Herrenberg. Anschrift s. links. Es kann in der Nähe geparkt werden.
Autor dieses Beitrags: 
Horst Sehorsch, Herrenberg
Anschrift s. unter "Autoren" 
Die Rechte liegen beim Autor - Mai 2004